Hepaptis C – Ratgeber

Was ist Hepatitis C?

Hepatitis C ist eine infektiöse Gelbsucht, ausgelöst durch das Hepatitis-C-Virus, die sich mittlerweile sehr gut behandeln lässt. Die häufigste Ursache für diese ernsthafte Erkrankung sind Viren der Gruppe Hepatitis C (abgekürzt HCV). HC-Viren sind für den menschlichen Körper besonders gefährlich: Sie verursachen häufig eine chronische Form der Leberentzündung, die oft lange Zeit unbemerkt bleibt. Nach 20 bis 40 Jahren kann Hepatitis C zu einer Zirrhose der Leber und damit zum völligen Versagen dieses lebenswichtigen Organs führen. Auch die Entwicklung eines Leberkarzinoms ist möglich.

Das Hepatitis-C-Virus wurde erst Mitte der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts entdeckt und kann seit 1992 im Blut nachgewiesen werden. Im Gegensatz zu den leichteren Hepatitisformen A und B gibt es für Hepatitis C noch keine Schutzimpfung.

Hepatitis = Leberentzündung

Hepatitis ist der medizinische Ausdruck für Leberentzündung. „Hepat“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Leber“. Die Endung „itis“ steht in der medizinischen Fachsprache für eine Entzündung des betroffenen Organs.

Die Leber, eine etwa 1,5 Kilogramm schwere Drüse, befindet sich im rechten Oberbauch des Menschen, direkt unter dem Zwerchfell. Sie erledigt wichtige Stoffwechselaufgaben und arbeitet an der Entgiftung des Körpers mit. Eine Entzündung schädigt die Leberzellen und stört so die Funktion dieses lebenswichtigen Organs. Ohne Behandlung kommt es schließlich zu einer vollständigen Zerstörung aller Leberzellen (Zirrhose). Auch Krebserkrankungen sind möglich.

Die Ursache für eine Hepatitis ist meist eine Infektion mit Viren. Es gibt aber noch andere Krankheitsauslöser, etwa das übermäßige Trinken von Alkohol, der Umgang mit giftigen Chemikalien oder eine Störung des Immunsystems.

Häufigste Entzündungsursache: Viren

Viren sind besonders kleine Krankheitserreger (20 bis 300 nm). Sie können sich nicht selbstständig vermehren und sind daher auf die Zellen unfreiwilliger „Gastgeber“ angewiesen. Viren bestehen aus nichts anderem als ihrer Erbinformation (DNA oder RNA), die bei vielen dieser winzigen Lebewesen mit einer Hülle umgeben ist. Findet das Virus eine Wirtszelle, kann es dort sein Erbmaterial freisetzen und sich vermehren. Für die besetzte Zelle hat das fatale Folgen: Sie wird durch die Aktivitäten des Eindringlings geschädigt oder sogar getötet. Die Infektion breitet sich allmählich von Zelle zu Zelle aus.

Das zerstörerische Treiben der Viren kann lange Zeit unbemerkt bleiben. Krankheitssymptome treten oft erst dann auf, wenn das befallene Organ bereits schwer geschädigt ist (Leberzirrhose, Leberkarzinom).

Mehrere Virenarten haben sich auf die Zellen der Leber spezialisiert, um hier ihren genetischen Code zu vermehren. Bei der Hepatitis A, auch „Reisegelbsucht“ genannt, gelangen die Krankheitserreger durch den Mund in den Körper. Verseuchtes Wasser ist das häufigste „Transportmittel“ des A-Virus. Die Hepatitsviren der Gruppe B und C werden auf dem Blutweg übertragen.

Neben diesen „klassischen“ Hepatitisviren gibt es noch andere Krankheitserreger, die eine Leberentzündung verursachen können (z. B. das Rötelvirus oder das Herpes-simplex-Virus).

Das Hepatitis-C-Virus

Das Hepatitis-C-Virus (abgekürzt HCV) wurde erst Mitte der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts entdeckt. Seit 1992 kann die Ansteckung mit HCV (also eine Hepatitis C) durch einen Bluttest nachgewiesen werden.

HCV ist ein extrem kleines RNA-Virus mit Hülle und zählt zur Familie der Flavi-Viren. Die Medizin kennt heute zahlreiche Haupt- und Untertypen dieses Krankheitserregers. Das C-Virus ist in Europa die wichtigste Ursache für chronische Lebererkrankungen. Seine Eigenschaften machen eine Behandlung besonders schwierig. HCV kennt eine Reihe von Tricks, um die Gegenwehr des Körpers auszuschalten. Es mutiert erstaunlich rasch und zwingt damit das Immunsystem zu immer neuen Strategien, um mit dem hartnäckigen Gegner fertig zu werden. Den „Kampfstoffen“ der Virenabwehr begegnet HCV mit neutralisierenden Antikörpern. Wenn die Angriffe des Immunsystems dennoch zu stark werden, kann sich das Virus einfach „totstellen“. Es bleibt für einige Zeit inaktiv, um dann plötzlich sein zerstörerisches Werk mit voller Kraft fortzusetzen. Eine vorbeugende Impfung gegen Hepatitis C gibt es im Gegensatz zu den A- und B-Viren nicht. Es gibt allerdings gute und wirksame Behandlungsmethoden.

Wie steckt man sich mit Hepatitis C an?

Hepatitis C ist ansteckend. Das krankmachende Virus kann auf vielfältigen Übertragungswegen in das Blut eines gesunden Menschen gelangen, um dort sein biologisches Programm (=Vermehrung) ablaufen zu lassen. Blut ist die wichtigste „Transportmöglichkeit“ dieses Virus. Sehr selten, wenn auch nicht ganz ausgeschlossen, ist die Übertragung mit anderen Körperflüssigkeiten wie Sperma oder Tränenflüssigkeit.

Bevor es möglich war, HCV im Blut nachzuweisen, wurden viele Menschen bei Bluttransfusionen und durch die Einnahme von Blutprodukten angesteckt. Auch unzureichend sterilisierte medizinische Geräte waren in der Vergangenheit relativ häufig Infektionsquellen. Die Weitergabe des Virus beim Arzt oder in der Zahnarztpraxis ist heute weit seltener, wenn auch nicht hundertprozentig ausgeschlossen.

Drogenkranke, die sich leicht mit infizierten Spritzen anstecken können, sind heute eine große Risikogruppe. Auch beim Tätowieren, Piercen oder bei der Akupunktur unter unhygienischen Bedingungen ist eine Ansteckung möglich. Infektionen mit HCV beim Geschlechtsverkehr sind sehr selten. Kondome bieten zuverlässigen Schutz!

Der alltägliche soziale Umgang mit einem Erkrankten ist völlig ungefährlich. Eine Ansteckung mit Hepatitis C über die Atemluft oder durch Händeschütteln und andere Berührungen ist nicht möglich!

Übertragungswege der Hepatitis C

Eine Ansteckung mit Hepatitis C kann nur dann passieren, wenn das Blut oder andere Körperflüssigkeiten eines Virusträgers direkt in die Blutbahn eines anderen Menschen gelangen! Eine Übertragung mit Sperma, Tränenflüssigkeit oder anderen flüssigen Substanzen ist allerdings extrem selten. Der im Blut oder in den Organzellen enthaltene Virus kann auch außerhalb des Körpers Tage bis Wochen überleben.

„Infusionshepatitis“

Hepatitis C wurde lange Zeit“ als „Infusionshepatitis“ bezeichnet. Da HCV erst seit 1992 bei Tests nachgewiesen werden kann, steckten sich bis zu diesem Zeitpunkt immer wieder Menschen bei Bluttransfusionen oder bei der Einnahme von aus Blut hergestellten Medikamenten an. Heute ist HCV im Spenderblut nachweisbar – mit sehr hoher, aber nicht hundertprozentiger Sicherheit.

Auch die Übertragung des Virus bei einer Leber- oder Nierentransplantation kommt mittlerweile nicht mehr vor. Mit den neuen Testmethoden kann ein Befall der Spenderorgane mit HCV in fast allen Fällen erkannt werden.

„Spritzenhepatitis“

Medizinische Geräte, vor allem Spritzen, waren in der Vergangenheit häufige Ursache für eine Übertragung des Hepatitis-C-Virus. So infizierten sich etwa in einem Salzburger Labor mindestens 30 Plasmaspender mit dieser gefährlichen Krankheit. Auch Zahnarzt- und Dialysepatienten wurden auf diese Weise angesteckt.

Schuld daran war nicht die Fahrlässigkeit des medizinischen Personals. Man wusste bis vor ein paar Jahren einfach nichts von der Existenz dieses aggressiven Virus. Heute gibt es spezielle Sterilisationsmethoden, um HCV abzutöten. Ein Restrisiko, dass die Hepatitis-C-Viren diese Verfahren überleben, besteht allerdings nach wie vor.

Hepatitis C und Drogensucht

Bei Drogensüchtigen ist die „Spritzenhepatitis“ nach wie vor relativ stark verbreitet: Hier passiert die Ansteckung durch infiziertes Fixerbesteck, das ohne Sterilisation von einem Suchtkranken zum anderen weitergereicht wird.

Zahnarzt und Hepatitis C

Die Gefahr der Übertragung beim Zahnarzt ist leider auch heute noch nicht zu hundert Prozent gebannt (blutende Zahnbehandlungen!). Nur die Dampfsterilisation im Druckgefäß schaltet das Virus sicher aus. Aus diesem Grund kommt es auch beim Tätowieren, beim Piercing oder bei der Akupunktur unter unhygienischen Bedingungen immer wieder zu einer Ansteckung.

Hepatitis C und Sex

Die Übertragung des Virus beim Geschlechtsverkehr ist möglich. Da HCV in der Regelblutung der Frau enthalten ist, kann es bei ungeschütztem Sex während der Menstruation zu einer Ansteckung kommen. Jede (minimale) Blutung im Genital- oder Analbereich ist eine Gefahrenquelle. Kondome bieten einen zuverlässigen Schutz!

Die Gefahr, sich beim Sex anzustecken, ist allerdings äußerst gering. Untersuchungen haben gezeigt, dass Lebenspartner HCV-Infizierter kein höheres Erkrankungsrisiko als der Bevölkerungsdurchschnitt haben.

Medizinische Behandlungen

Eine ungewollte „Bluttransfusion“ kann auf vielfältige Art und Weise passieren: etwa dann, wenn blutende Verletzungen von infizierten Menschen behandelt werden. Diese Gefahr betrifft allerdings in erster Linie medizinisches Personal, das sich mit ein paar einfachen Verhaltensregeln wirksam vor einer Infektion schützen kann.

Andere Übertragungswege einer Hepatitis C

Die Gefahr, im Familienalltag von einem Virusträger angesteckt zu werden, ist äußerst gering. Mögliche, wenn auch seltene Übertragungsmöglichkeiten sind gemeinsam verwendet Zahnbürsten, Rasierklingen, Nagelscheren und andere Haushaltsutensilien, sofern sie mit Blut in Berührung kommen.

Eine andere Form der familiären Weitergabe: Das Hepatitis-C-Virus kann bei der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen werden. In der Praxis kommt das allerdings nur sehr selten vor.

Infektionsursache unbekannt!

Viele Menschen, die an Hepatitis C erkrankt sind, wissen nicht, auf welche Weise das Virus in ihren Körper gelangt ist. Bei einer Untersuchung von fast 5000 Infizierten im Raum Hamburg konnte in 50 Prozent der Fälle die Quelle der Ansteckung nicht ermittelt werden! Der lange Zeitraum von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit (bis zu 40 Jahre!) macht das Aufspüren der Infektionsursache oft schwierig.

Bei den bekannten Infektionswegen lag die Übertragung mit Fixerutensilien an erster Stelle (36 Prozent), gefolgt von Bluttransfusionen und Bluter-Behandlung (jeweils 5 Prozent), Organtransplantation (4 Prozent) und medizinischem Gerät (0,7 Prozent).

Die Forschung arbeitet intensiv nach der Ermittlung weiterer bislang unerkannter Ansteckungswege. Dass Blut oder Körperflüssigkeit in irgendeiner Weise bei der Übertragung beteiligt sein muss, ist allerdings eine wissenschaftlich längst bewiesene Tatsache.

Wer ist betroffen?

Hepatitis C kommt weltweit vor. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht von über 100 Millionen Menschen aus, die an einer chronischen Hepatitis C leiden. In Deutschland rechnet man mit mehreren hunderttausend Menschen, die an Hepatitis C erkrankt sind.

In manchen Gegenden liegt die Zahl der Virusträger weit über dem Durchschnitt: Bestimmte Dörfer und Landstriche sind regelrecht verseucht: Hier sind bis zu acht Prozent der Bevölkerung infiziert! „Verteiler“ des Virus dürften in diesen Fällen Ärzte und Zahnärzte gewesen sein, die ihre Patienten meist schon vor vielen Jahren mit unzureichend sterilisierten Bohrern und Spritzennadeln behandelt haben.

Noch kann man nur schätzen, wie viele Menschen HC-positiv sind, da eine Ansteckung lange Zeit ohne Symptome bleibt. Hepatitis C wird meist eher zufällig bei einem Gesundheitscheck oder beim Blutspenden gefunden. Die seit dem Nachweis des Virus im Jahr 1992 gefundenen Fälle erfassen noch nicht alle Betroffenen. Viele Infizierte sind derzeit noch völlig ahnungslos.

Symptome und Diagnose der Hepatitis C

 Eine Ansteckung mit Hepatitis C wird von den Betroffenen nur sehr selten sofort bemerkt. Nur einer von hundert Infizierten bekommt kurze Zeit nach der Ansteckung eine Gelbsucht. Oft verursacht der Kontakt mit den Hepatitis-C-Viren nur ein leichtes Unwohlsein, das kaum registriert wird. Die meisten infizierten Menschen verspüren erst nach Jahren oder Jahrzehnten erste Symptome, die auf eine Schädigung der Leber hinweisen (Energielosigkeit, Wasseransammlungen, Blutungen …).

Da sich HCV heute mit einem einfachen Bluttest nachweisen lässt, sollten sich Risikogruppen (Blutkontakt oder Blutprodukte, Transfusionen und Plasmaspenden vor 1992) unbedingt testen lassen. Um so früher die Infektion erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen.

Wie bemerkt man eine Ansteckung mit Hepatitis C?

Eindeutige Alarmsignale nach einer Ansteckung mit HCV gibt es nur selten. Nur einer von hundert Betroffenen entwickelt eine akute Hepatitis, deren Symptome leicht zu erkennen sind: Die Haut und die Augen färben sich gelb. Die Erkrankten leiden an Fieber, Schwäche, Müdigkeit und Durchfall.

Fast 40 Prozent der Betroffenen verspüren nach einer Infektion nur leichte Beschwerden: Sie fühlen sich vorübergehend etwas unwohl, leiden vielleicht auch kurze Zeit unter Übelkeit und Erbrechen. Diese Symptome, die ja auch bei vielen harmlosen Alltagsbeschwerden auftreten, werden aber meist nicht mit einer Hepatitis-C-Infektion in Verbindung gebracht. Diese Beschwerden treten, ebenso wie die oben beschriebene Gelbsucht, etwa sechs bis sieben Wochen nach der Infektion ein.

In 60 Prozent der Fälle reagiert der Körper überhaupt nicht auf das Eindringen der heimtückischen Hepatitis-C-Viren. Erst nach Jahren oder Jahrzehnten manifestiert sich ihr Zerstörungswerk in körperlichen Beschwerden. Folgende Symptome können auf eine Entzündung der Leber hinweisen: ein leichter Druck im Oberbauch, Völlegefühl, Übelkeit, Blähungen, Appetitlosigkeit, Fettunverträglichkeit, Antriebslosigkeit und Schlafstörungen. Die Schädigung der Leber führt zu einem allgemeinen „Energiemangel“. Die Betroffenen fühlen sich müde und immer wenig leistungsfähig. Mitunter können auch deutliche Verhärtungen im Bereich der Leber ertastet werden.

Mit zunehmender Zerstörung der Leber infolge der Infektion werden die Symptome dann immer deutlicher: Bauch und Beine schwellen an (Wasseransammlung). Schwere Blutungen im Bauch und in der Speiseröhre können die Betroffenen in Lebensgefahr bringen.

Diagnosemethoden bei Hepatitis C

Mit einer Blutuntersuchung kann man heute bereits bereits relativ rasch nach einer möglichen Ansteckung Hepatitis-C-Viren nachweisen. Der Test zeigt, ob jemand mit HCV infiziert sind und Antikörper dagegen entwickelt hat. Jeder praktische Arzt kann diesen Test durchführen.

Bei einem positiven Ergebnis werden dann in einer Klinik weitere Untersuchungen gemacht. Sie sind notwendig, um einen Befund zu erhalten und um festzustellen, ob noch weitere Mitverursacher der Leberprobleme (z. B. andere Virenarten oder Alkohol) im Spiel sind. Wenn die Kliniktests positiv sind, gilt man als sicher infiziert. Bei diesen Tests wird auch festgestellt, ob man als Folge der Infektion an einer Leberentzündung leidet.

Der Gradmesser dafür sind die sogenannten Transferase-Werte: Aus entzündeten und bereits geschädigten Leberzellen treten Enzyme aus und gelangen so ins Blut. Konkret handelt es sich dabei um die beiden Enzyme Alaninamino-Transferase und Aspartatamino-Transferase (abgekürzt GPT und GOT). Befinden sich viele dieser Eiweißstoffe im Blut, weist das auf eine Schädigung der Leberzellen hin. Um so höher diese Werte sind, desto weiter fortgeschritten ist die Entzündung der Leber. Allerdings kann auch dann, wenn die Werte im Normbereich liegen, eine HCV-Infektion und auch schon eine leichte Schädigung der Leber vorliegen.

Bei einem kleinen Teil aller Patienten, die diese klinischen Tests durchlaufen, stellt sich heraus, dass trotz der erstmaligen positiven Diagnose keine Hepatitis-C-Infektion besteht. Bei weiteren 40 Prozent der Untersuchten wird festgestellt, dass der Körper irgendwann einmal in der Vergangenheit eine Infektion durchgemacht hat, dass das Virus momentan aber nicht aktiv und die Leber nicht entzündet ist. Um sicherzugehen, dass das Virus nicht plötzlich wieder sein Unwesen treibt und die Entzündung wieder aufflammt, muss sich diese Patientengruppe einer jährlichen Kontrolluntersuchung unterziehen.

Bei durchschnittlich der Hälfte der in der Klinik untersuchten möglichen Virusträger wird eine akute Leberentzündung festgestellt. Wenn dieser Zustand länger als ein halbes Jahr andauert, gilt die Hepatitis als chronisch. Hier sind weitere Untersuchungen nötig, um festzustellen, welche Schäden das Virus in der Leber seines unfreiwilligen Wirtes bereits angerichtet hat.

Ultraschall und Leberbiopsie

Mittels Ultraschall gewinnt der Arzt ein Bild vom Zustand der Leber und der umgebenden Organe. Weitere Aufschlüsse liefert eine Leberbiopsie: Dabei werden unter lokaler Betäubung mit einer langen Nadel winzige Gewebsproben aus der Leber entnommen. Die so gewonnenen Leberzellen werden anschließend analysiert. Unter dem Mikroskop werden die von den Viren angerichteten Schäden sichtbar.

Bei dieser Untersuchungsmethode kommt es sehr selten zu ernsthaften Komplikationen in Form von schweren Blutungen, die auch tödlich enden können. Eine Leberbiopsie ist heute nicht mehr zwingend notwendig. Sie liefert allerdings wertvolle Aufschlüsse für die weitere Therapie und kann auch anzeigen, ob ein Behandlungsversuch erfolgreich war.

Soll ich mich auf Hepatitis C testen lassen?

Wer vor 1992 Plasma gespendet hat oder mit Bluttransfusionen und Blutprodukten (Immunglobuline, Gerinnungsfaktoren) behandelt wurde, hat ein höheres Risiko als der Bevölkerungsdurchschnitt, an einer chronischen Leberentzündung zu leiden. Nach wie vor stark gefährdet sind Suchtgiftabhängige. Auch medizinisches Personal, das leicht mit dem Blut anderer in Kontakt kommt, kann sich mit HCV anstecken.

Wer zu einer dieser Risikogruppen zählt, sollte sich unbedingt testen lassen. Die Heilungschancen einer Hepatitis C sind um so besser, je früher die Infektion erkannt wird.

Krankheitsverlauf einer Hepatitis C

Das menschliche Immunsystem kann das Hepatitis-C-Virus nach der Ansteckung wirksam bekämpfen. Die Hälfte aller HCV-Infektionen lösen sich auf diese Weise auf. Wenn diese Virenabwehr nicht funktioniert, kommt es meist zu einer ernsthaften, chronischen Leberentzündung. Es dauert Jahre und oft Jahrzehnten bis die Schäden, die die Viren in der Leber anrichten, zu einer lebensbedrohlichen Zirrhose führen.

Nach der Ansteckung

Nach der Ansteckung mit dem Hepatitis-C-Virus tritt die körpereigene Abwehr in Aktion. Das Immunsystem des Menschen erkennt HCV als körperfremden Eindringling und produziert nach einigen Wochen genügend Antikörper, um die gegnerischen Kräfte zu zerstören. In 50 Prozent aller Infektionen ist die Virenabwehr erfolgreich. Die Krankheitserreger werden vollständig aus dem Körper verbannt und sind weder im Blut noch in den Leberzellen nachweisbar.

Diese Erfolgsrate ist unabhängig davon, ob die eindringenden Viren eine der seltenen Formen von akuter Hepatitis C auslösen oder gar keine oder nur sehr schwache körperliche Symptome hervorrufen. Eine erfolgreich bewältigte HCV-Infektion kann daher für den Betroffenen völlig unbemerkt verlaufen.

Wenn Hepatitis C chronisch wird …

Leider ist die Virenabwehr nicht immer so erfolgreich: Bei jedem zweiten Infizierten unterliegt das Immunsystem im Kampf gegen die aggressiven Hepatitis-C-Viren. Sie können in den Leberzellen mehr oder weniger ungestört ihr Vermehrungsprogramm ablaufen lassen. Die so entstehende Hepatitis kann glimpflich oder sehr gravierend verlaufen. Bei einem Drittel der Patienten kommt es nur zu einer leichten und bald wieder abflauenden Entzündung. Diese milde Form der Hepatitis C bereitet dann meist auch in ferner Zukunft keine wirklich ernsthaften Probleme.

Die Mehrzahl der Entzündungen verläuft allerdings weit weniger glimpflich. Da das Hepatitis-C-Virus rasch mutieren kann, schafft es das Immunsystem häufig nicht, seine Vermehrung zu stoppen. In zwei von drei Fällen dauert eine Hepatitis C länger als sechs Monate und gilt daher als chronisch. Das aggressive Virus schädigt immer mehr Leberzellen, die absterben und vernarben.

Die fortschreitende Fibrose geht allerdings sehr langsam vor sich. Oft dauert es 20 bis 40 Jahre, bis die Leber so stark geschädigt ist, dass sie nicht mehr normal funktionieren kann. Eine vollständige Vernarbung der Leber (=Zirrhose) bedeutet Lebensgefahr. Bei manchen Patienten tritt dieser gefährliche Zustand auch schon früher ein. In diesen Fällen versagt die Leber bereits nach sieben bis zehn Jahren ihren Dienst.

Eine Leberzirrhose kann noch zu einer weiteren sehr ernsten Erkrankung führen: Zehn Prozent aller Zirrhosepatienten entwickeln ein Leberzellenkarzinom (primärer Leberkrebs).

Behandlung der Hepatitis C

Die Standard-Therapie bei Hepatitis C war lange eine Kombinationstherapie mit Interferon-alpha, das immunstimulierend und antivital wirkt. Interferon wird bei Hepatitis C bis zu einem Jahr lang einmal wöchentlich injiziert. Unerwünschte Nebenwirkungen sind möglich: etwa Grippe ähnliche Symptome wie Gliederschmerzen, Fieber oder Kopfschmerzen, aber auch Depressionen, Fehlfunktionen der Schilddrüse oder Haarausfall können sich einstellen.

Mittlerweile gab es bahnbrechende Neuerungen bei der Hepatitis-Behandlung. Eine zwölfwöchige Kombinationstherapie mit zwei verschiedenen Wirkstofftabletten hilft über 90 Prozent der Patienten und zwar ohne erwähnenswerte Nebenwirkungen. Die Kosten für diese Behandlung sind allerdings hoch und kommt nicht allen Erkrankten zugute. Die Forschung bringt zudem laufend Neuerungen und Hoffnung.

Beginnen Sie Ihre Behandlung jetzt!

Auch wenn „nur“ eine konventionelle Kobinationstherapie machbar ist, so muss eine Hepatitis C dennoch unbedingt behandelt werden, um schwere Leberschäden bis hin zur Zirrhose und zum Leberkarzinom zu verhindern. Die besten Erfolgschancen hat eine Therapie dann, wenn möglichst frühzeitig damit begonnen wird. Auch wenn das Virus noch keine erkennbaren Leberschäden verursacht hat, ist eine Behandlung unbedingt notwendig.

Das Ziel der Therapie: Sie soll die Leberentzündung und den Befall mit Viren stoppen oder zumindest eindämmen. Im Idealfall kann durch die Therapie der Virus vollständig aus dem Körper entfernt werden. Auch wenn das nicht gelingt, ist schon viel erreicht, wenn noch nicht infizierte Leberzellen vor dem Hepatitis-C-Virus geschützt werden.

Was ist Interferon?

Die Wissenschaft kannte lange nur ein einziges Medikament, das die Hepatitis-C-Viren erfolgreich bekämpfen kann: Interferon alpha! Interferon wurde vor rund 30 Jahren entdeckt und bereits vor dem Einsatz als Hepatitis-C-Medikament mit Erfolg bei der Krebsbekämpfung verwendet. Es gibt drei unterschiedliche Gruppen von Interferonen. Für die Bekämpfung des HC-Virus wird Interferon alpha eingesetzt.

Interferon ist kein chemisches Produkt, sondern eine natürliche Substanz, die mithilfe der Gentechnik hergestellt wird. Die darauf aufbauende Behandlung hat also nichts mit einer Chemotherapie zu tun, wie wir sie aus der Krebstherapie kennen.

So wirkt Interferon bei Hepatitis C

Interferone werden von den körpereigenen Zellen gebildet. Sie regen das Immunsystem an und hemmen die Vermehrung von Viren. Leider ist diese Abwehrreaktion nicht immer stark genug, um der Hepatitis-C-Virus auszuschalten. Der menschliche Körper kann nur eine begrenzte Menge an Abwehrstoffen produzieren. Bei der Therapie der Hepatitis C wird daher versucht, den Körper mit zusätzlichem Interferon bei der Bekämpfung der Viren zu helfen. Die so erzeugte Interferonkonzentration ist viel höher, als es bei einer natürlichen Reaktion auf den Virus der Fall wäre.

Das Medikament, eine klare, farblose Flüssigkeit, wird direkt unter die Haut am Oberschenkel oder am Bauch gespritzt. Der Aufenthalt in einer Klinik ist für die Therapie nicht notwendig. Die meisten Patienten verabreichen sich die Injektionen nach einer gründlichen Einschulung selbst.

Zu den Interferon-Medikamenten, die zur Behandlung der Hepatits C zugelassen sind, zählen Interferon alpha-2a, Interferon alpha-2b und Interferon alpha-N1 (Wellferon). Sie unterscheiden sich nur im Herstellungsverfahren; die Wirksamkeit aller drei Medikamente ist gleichwertig.

Die Kombinationstherapie

Die Erfolgsrate der Therapie mit Interferon lässt sich verbessern, wenn bei der Therapie gleichzeitig Ribovarin, ein weiterer „Viruskiller, eingesetzt wird. Ribovarin wird oral eingenommen. Bei alleiniger Anwendung hat das Medikament keine Wirkung auf die chronische Hepatitis C. Es scheint aber die Wirksamkeit des Interferons zu verbessern. Die kombinierte Therapie mit Interferon plus Ribovarin bringt gute Ergebnisse: Viele Patienten, die auf die alleinige Interferon-Behandlung nicht ansprachen, konnten auf diese Weise geheilt werden. Noch größer scheint die Erfolgsrate bei jenen Patienten zu sein, die erst gut auf Interferon reagierten, aber nach einiger Zeit einen Rückfall erlitten.

Nebenwirkungen

Der mit Interferon stimulierte Kampf des Körpers gegen den Hepatitis-C-Virus macht sich ähnlich wie bei einer Grippe (ebenfalls eine Viruserkrankung) bemerkbar: Fieber, Muskel- und Gelenksschmerzen, Kopfweh und Schwitzen sind unvermeidbare Begleiterscheinungen, die nach den ersten paar Behandlungswochen wieder verschwinden. Vorübergehend kann es auch zu depressiven Verstimmungen und Haarausfall kommen. Auch die Zahl der weißen Blutkörperchen und der Blutblättchen kann durch die Therapie abnehmen.

Schwere Nebenwirkungen bei der Therapie mit Interferon sind selten. Die grippeähnlichen Beschwerden, die nach zehn bis zwölf Stunden wieder nachlassen, treten allerdings fast immer auf. Aus diesem Grund sollten Sie die Injektionen wenn möglich abends durchführen. So können Sie die Nebenwirkungen überschlafen und sind am nächsten Morgen wieder einigermaßen fit. Vielen Patienten hilft eine Injektion mit Paracetamol, einem Grippemittel, das etwa eine halbe Stunde vor dem Interferon eingenommen wird.

Ribovarin darf keinesfalls in der Schwangerschaft angewandt werden, da es den Fötus schädigen kann. Diese Wirkung kann bis zu sechs Monate nach dem Ende der Therapie anhalten. Eine konsequente Schwangerschaftsverhütung ist daher auch in dieser Zeit besonders wichtig.

Erfolgskontrolle

Während der Therapie werden monatliche Bluttests durchgeführt, um zu sehen, ob sich die Leberentzündung durch das Medikament verbessert hat (dabei u. a. Bestimmung der Transaminasenwerte). Wenn sich ihre Virusbelastung nicht deutlich verringert, wird eine neue Therapiestrategie versucht. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Erfolgswahrscheinlichkeit um so größer ist, je länger die Behandlung andauert und je höher die Interferon-Dosierung ist. Manche Patienten sprechen sehr gut auf häufigeren Injektionen (alle 24 Stunden) an, da auf diese Weise konstant ein hoher Interferonpegel im Blut gehalten wird.

Gegen Ende der Therapie sollte Interferon alpha nicht plötzlich, sondern allmählich mit immer geringeren Dosen abgesetzt werden. So kann der Patient die Umstellung besser verkraften; auch die Erfolgschancen steigen. Eine US-amerikanische Untersuchung hat gezeigt, dass es bei dieser Vorgangsweise viel seltener zu Rückfällen kommt! Auch nach dem Ende der Behandlung muss ihr Blut regelmäßig kontrolliert werden, da die Entzündung häufig wieder aufflammt.

Gute Heilungschancen bei Hepatitis C

Viele Menschen glauben nach wie vor, dass eine Hepatitis C einem Todesurteil gleichkommt. Das stimmt absolut nicht! Die Heilungsraten liegen mittlerweile bei 70 bis 80 Prozent – Tendenz dank der ganz neuen Wirkstoffe enorm steigend! Die therapeutischen Möglichkeiten haben sich in den letzten 20 Jahren dramatisch verbessert.

Die Chancen für eine dauerhafte Heilung sind um so größer, je kürzer die Infektion zurückliegt und je weniger die Leber geschädigt ist. Bereits lang bestehende Leberentzündungen, vor allem solche, die auf den ungünstigen Virustyp 1b zurückgehen, sind schwerer zu behandeln. Eine Therapie kann aber auch in diesem Fall erfolgreich sein. Rückfälle nach einer scheinbar geglückten Therapie mit Interferon sind möglich, aber selten. In sehr seltenen Fällen ist die Zerstörung der Leber bereits so weit fortgeschritten, dass Lebensgefahr für den Patienten besteht. In diesem Fall bleibt eine Lebertransplantation als letzter Ausweg. Eine erfolgreiche Transplantation ermöglicht die Rückkehr in ein relativ normales, aktives Leben.

Die Chancen für eine Heilung stehen besonders günstig,

  • wenn Sie nicht mit dem Subtyp 1b, sondern mit einem anderen, weniger aggressiven Hepatitis-C-Virus infiziert sind,
  • wenn Sie sich nicht bei einer Bluttransfusion angesteckt haben, da in diesen Fällen die Viren aktiver sein können,
  • wenn Sie eine Frau und jünger als 40 Jahre sind,
  • wenn Ihre Leber noch keine Fibrose oder Zirrhose entwickelt hat,
  • wenn die Ansteckung noch nicht allzu lang zurückliegt und die Viren sich noch nicht sehr stark vermehrt haben (weniger als 500.000 Viren pro ml Blut),
  • wenn Sie nicht gleichzeitig mit anderen Viren (z. B. mit dem Aids-Virus) infiziert sind.

Wenn all diese Faktoren auf Sie zutreffen, sind ihre Heilungschancen überdurchschnittlich gut. Eine Behandlung der Hepatitis C ist allerdings immer sinnvoll und grundsätzlich zielführend – auch dann, wenn viele Risikofaktoren zusammenkommen! Höhere Dosierungen und ein längerer Behandlungszeitraum bringen auch in diesen Fällen Erfolge. Versuchen Sie daher in jedem Fall eine Therapie mit Interferon alpha! Sie ist eine gute Chance, um den Virus auszuschalten und damit schweren Folgeschäden wie Zirrhose oder Leberkrebs zu verhindern. Die Erkrankung kann damit ein Leben lang in Schach gehalten oder ganz ausgeheilt werden. Ohnehin gilt der Grundsatz, dass die meisten HC-Infizierten nicht an, sondern mit Hepatitis C sterben (d. h. ihre Lebenserwartung wird dadurch nicht deutlich verkürzt!).

Ausweg „Lebertransplantation“ bei Hepatitis C

Eine Leberzirrhose als Folge einer Hepatitis-C-Infektion erfordert nicht zwangsläufig eine Lebertransplantation. Eine Zirrhose ist zwar ein irreversibler Zustand, denn das bereits vernarbte Lebergewebe kann nicht wieder gesunden. Wird die Entzündung aber durch die Interferon- bzw. die Kombinationstherapie gestoppt, bleibt meist noch eine ausreichende Zahl von funktionstüchtigen Leberzellen erhalten.

Manchmal – wenn auch sehr selten – ist die Zerstörung der Leber schon zu weit fortgeschritten: In diesem Fall bleibt nur mehr eine Lebertransplantation als letzter Ausweg: Dabei absolviert der Patient erst einmal die für die Operation nötigen Untersuchungen und kommt dann auf eine Warteliste. Er oder sie trägt ständig ein „Piepserl“ bei sich, um sofort erreichbar zu sein, wenn ein passendes Spenderorgan zur Verfügung steht. Jede Sekunde ist kostbar, da das Transplantat nur rund sieben Stunden konserviert werden kann.

Eine erfolgreiche Transplantation rettet vielen Betroffenen das Leben, wenngleich es keine Garantie für den langfristigen Erfolg dieser Maßnahme gibt. Bei einer kleinen Gruppe der Transplantierten setzt der HC-Virus sein zerstörerisches Werk fort. Es kommt zu einer Reinfektion des Implantats. Bei Patienten, die mit dem HCV-Genotyp 1b infiziert sind, ist dieses Risiko größer als bei anderen Patientengruppen. Eine hohe Virusbelastung vor der Operation erhöht ebenfalls die Gefahr einer neuerlichen Infektion.

Die Kombinationstherapie mit Interferon alpha und Ribavirin hat in solchen Fällen bereits gute Ergebnisse gebracht. Das Fortschreiten der Infektion im Transplantat kann damit eingeschränkt und die Virusbelastung reduziert werden.

Für die meisten Patienten bedeutet die Lebertransplantation die Rückkehr in ein relativ normales, aktives Leben. Sie müssen allerdings zeit ihres Lebens Medikamente einnehmen, die das neue Organ vor Abstoßungsreaktionen schützen.

Leben mit Hepatitis C

Solange Sie keine klinischen Symptome zeigen, die auf eine Leberzirrhose hinweisen, beeinträchtigt eine chronische HC-Infektion Ihr Leben in keinster Weise. Sie können zur Arbeit gehen, Sport betreiben und sich in gewohnter Weise ernähren. Alkohol sollten Sie allerdings meiden! Besonders dann, wenn Sie an einer akuten Hepatitis C oder einer Leberzirrhose leiden.

Das Ansteckungsrisiko in alltäglichen Umgang mit Ihren Mitmenschen ist äußerst gering. Mit ein paar einfachen Vorsichtsmaßnahmen (Vermeiden von Blutkontakt, keine „Gemeinschaftsnutzung“ von Zahnbürsten oder Rasierklingen, Verwendung von Kondomen) verhindern Sie eine Übertragung.

Schützen Sie Ihre Leber!

Wer an Hepatits C leidet, sollte sich vor weiteren Viren, die der Leber gefährlich werden können, besonders in acht nehmen. Gegen Hepatitis A und B gibt es vorbeugende Schutzimpfungen. Je jünger man ist, umso vorteilhafter ist eine solche Impfung.

Schützen Sie sich mit einem Kondom vor der Ansteckung mit weiteren Krankheitserregern (z. B. Hepatitis B, Aids, bakterielle Infektionen), wenn Sie nicht in einer monogamen Beziehung leben.

Unterlassen Sie alles, was Ihre Leber zusätzlich belastet: Vermeiden Sie zu fettreiches Essen und vor allem Alkohol (ein Glas ab und zu ist erlaubt)! Beachten Sie unbedingt die ärztlichen Diätempfehlungen, wenn Sie an einer akuten Leberzirrhose leiden: Eine möglichst salzlose Ernährung verhindert, dass sich allzu viel Flüssigkeit in Ihrem Körper anstaut.

Solange Ihre Leber normal funktioniert und keine klinischen Symptome auftauchen, können Sie sich ganz normal ernähren und Ihren Lebensstil wie gewohnt beibehalten (ausgenommen Alkohol!).

Schützen Sie Ihre Mitmenschen!

Eine Übertragung des Virus auf Familienmitglieder oder Freunden ist sehr selten. Zwar zeigen die Statistiken, dass in vier bis fünf Prozent aller HC-Haushalte mehr als ein Familienmitglied infiziert ist. Das bedeutet allerdings nicht, dass es in all diesen Fällen zu einer direkten Ansteckung gekommen ist. Wahrscheinlicher ist, dass sich die Familienmitglieder bei ein und derselben Quelle infiziert haben (z. B. Zahnarzt).

Sie können unbesorgt mit Ihren Lieben zusammenleben, mit ihnen essen, sie berühren, streicheln oder küssen. Auch bei den alltäglichen sozialen Kontakten am Arbeitsplatz besteht keine Ansteckungsgefahr.

Ein paar einfache Vorsichtsmaßregeln sollten Sie allerdings beherzigen:

  • Achten Sie auf blutende Verletzungen: Vermeiden Sie jeglichen Blutkontakt und beseitigen Sie alle Blutspuren vollständig mit einem Desinfektionsmittel!
  • Überlassen Sie anderen Mitgliedern Ihres Haushalts weder Ihre Zahnbürste noch Ihre Rasierklingen noch andere Toiletteartikel, die mit Ihrem Blut in Berührung kommen können! Bei Gläsern, Geschirr oder Besteck besteht keine Gefahr.
  • Das sehr geringe Ansteckungsrisiko beim Geschlechtsverkehr können Sie durch die Verwendung eines Kondoms eliminieren. Da das Virus auch in der Monatsblutung der Frau nachgewiesen werden kann, besteht in dieser Zeit ein erhöhtes Ansteckungsrisiko.
  • Spenden Sie weder Blut noch Plasma! Die Tests zum Aufspüren des Hepatitis-C-Virus sind zwar sehr sicher; ein Restrisiko besteht allerdings nach wie vor.

Stärken Sie Ihr Immunsystem!

Unterstützen Sie Ihre körpereigene Krankheitsabwehr durch eine gesunde Lebensweise! Sorgen Sie für ausreichend Schlaf, Bewegung und gesunde, ballaststoff- und vitaminreiche Nahrung. Vermeiden Sie Stress und andere psychische Belastungen!

Häufig gestellte Fragen über Hepatitis C

Hepatitis – was heißt das?

Hepatitis ist eine Entzündung der Leber. Sie wird durch Viren verursacht und kann mithilfe eines Bluttests diagnostiziert werden.

Welche Funktion hat die Leber?

Die Leber erledigt als zentrales Organ den größten Teil des Stoffwechsels im menschlichen Körper. Mit einem Gewicht von rund 1,5 Kilogramm ist sie die größte Drüse des Menschen. In der Leber werden Nährstoffe gespeichert, umgewandelt und verwertet. Vor allem sorgt die Leber für die Ausscheidung von giftigen Stoffwechselprodukten.

Hepatitis C – was ist das?

Je nach Art des Virus, der die Leberentzündung verursacht, unterscheidet man zwischen den Hepatitisformen A, B, C, D und E. Hepatitis C ist in Europa die häufigste Ursache für eine chronische Leberentzündung.

HCV – was bedeutet das?

Das Hepatitis-C-Virus (abgekürzt HCV) ist ein winziger Krankheitserreger, der zur Gruppe der Flavi-Viren zählt. HCV wurde Mitte der 80er Jahre entdeckt und kann seit 1992 im Blut nachgewiesen werden. Das HC-Virus befällt die Leberzellen und vermehrt sich dort. Die infizierten Zellen werden dadurch geschädigt und allmählich zerstört.

Hepatitis C – muss ich mich vor Spätfolgen fürchten?

Ja! Eine chronische Hepatitis C führt ohne Behandlung zu einer Leberzirrhose oder zu einem Leberkarzinom. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Leberversagen und zu lebensgefährlichen Blutungen.

Wie infiziert man sich mit Hepatitis C?

Da HCV erst seit 1992 nachgewiesen werden kann, gab es bis zu diesem Zeitpunkt viele Infektionen bei der Übertragung von Blut oder durch Blutprodukte. Auch beim Plasmaspenden oder bei der Blutwäsche von Dialysepatienten kam es zu Ansteckungen. Heute sind Drogenkonsumenten (Weitergabe von Injektionsnadeln) die Risikogruppe Nr. 1. Auch beim Tätowieren, Piercen, bei der Akupunktur und bei der Zahnbehandlung ist eine Infektion möglich.

Wann und wo habe ich mich infiziert?

Nur etwa die Hälfte aller Hepatitis-C-Kranken kennt die Ursache seiner Infektion. Durch den langen Krankheitsverlauf (bis zu 40 Jahre) lässt sich die Quelle der Ansteckung oft nicht mehr herausfinden.

Hepatitis A – was ist das?

Hepatitis A wird auch als „Reisegelbsucht“ bezeichnet. Sie wird häufig durch verseuchtes Wasser übertragen. Eine Schutzimpfung ist möglich.

Hepatitis B – was ist das?

Hepatitis B wird über das Blut übertragen und kann zu einer chronischen Leberentzündung und schweren Folgeschäden führen – allerdings ist das weit seltener der Fall als bei der Hepatitis C. Auch hier ist eine vorbeugende Schutzimpfung möglich.

Wie kann ich zu meiner schnelleren Gesundung beitragen?

Durch den möglichst raschen Beginn einer gezielten Therapie mit Interferon alpha. Je früher die Behandlung beginnt, desto größer ist die Chance auf Heilung.

Ist Hepatitis C infektiös (anstecken)?

Ja! Hepatitis C ist ansteckend. Die Übertragung kann allerdings nur beim Austausch von Blut oder von anderen Körperflüssigkeiten passieren.

Kann ich  meine Familie anstecken?

Ja! Die Wahrscheinlichkeit dafür ist aber sehr gering. Einige einfache Verhaltensregeln verhindern eine Übertragung des Virus (Vorsicht bei Verletzungen, keine gemeinsamen Zahnbürsten oder Rasierklingen, Verwendung von Kondomen).

Mein Kind ist infiziert – was nun?

Eine Infektion mit Hepatitis C kann auch bei Kindern vorkommen. Kinder können ebenfalls mit Interferon behandelt werden und sprechen wie Erwachsene auf die Therapie an.

Wie verläuft Hepatitis C?

Die Hälfte aller Infektionen mit dem Hepatitis-C-Virus heilen ohne Behandlung aus. Bei jedem zweiten Infizierten verliert das Immunsystem den Kampf gegen das Virus: Es wandert in die Leberzellen, um dort sein biologisches Programm (=Vermehrung) ablaufen zu lassen. Dabei werden allmählich immer mehr befallene Zellen zerstört. Das führt ohne Behandlung nach 20 bis 40 Jahren zu ernsthaften Schäden: zu einer Leberzirrhose bzw. zu einem Leberkarzinom und zu Leberversagen (Lebensgefahr!).

DIAGNOSE: Welche Tests muss ich machen?

Der sogenannte ELISA-Test zeigt, ob Sie HCV-infiziert sind und Antikörper dagegen entwickelt haben. Diese Blutuntersuchung kann jeder praktische Arzt durchführen. Bei Verdacht auf eine HC-Infektion sind mehrere klinische Tests notwendig: Weitere Bluttests prüfen die Erstdiagnose und stellen Ihre Virenbelastung fest. Mithilfe einer Leberbiopsie und einer Ultraschalluntersuchung kann festgestellt werden, welche Schäden Ihre Leber bereits durch den Virenbefall erlitten hat.

Meine Lebertransaminasen sind erhöht – was heißt das?

Die Transaminasewerte sind der Gradmesser für den Fortschritt der Leberentzündung. Bei einer Entzündung reagiert der Körper mit der Ausschüttung von Enzymen (=Transaminasen): Die geschädigten Leberzellen setzen die Enzyme Alaninamino-Transferase und Aspartatamino-Transferase (abgekürzt GPT und GOT) frei. Liegen die GOT-Werte über 19 und die GPT-Werte über 23 Einheiten pro ml, weist das auf eine Entzündung der Leber hin.

THERAPIE:  Wie kann die chronische Hepatitis C behandelt werden?

Das einzige wirksame Medikament gegen eine Hepatitis C ist Interferon alpha. Auch eine Kombination von Interferon mit dem Viren tötenden Medikament Ribovarin, das alleine nicht gegen die HC-Viren hilft, bringt gute Erfolge.

Was ist Interferon?

Interferon ist eine natürliche Substanz, die im menschlichen Körper hergestellt wird. Das Immunsystem reagiert mit der Bildung von Interferon auf den Befall mit feindlichen Viren. Mithilfe der Gentechnologie wird dieser natürliche „Virenkiller“ für Therapiezwecke produziert.

Wie wirkt Interferon alpha?

Interferon alpha unterstützt die natürliche Virenabwehr Ihres Körpers.

Gibt es noch andere Behandlungsmöglichkeiten?

Nein, außer der Therapie mit Interferon alpha sowie der Kombinationstherapie gibt es zurzeit keine gesicherte Therapie zur Behandlung der Hepatitis C.

Wann soll ich eine Interferontherapie machen?

So bald wie möglich! Die Erfolgschancen dieser Behandlung sind umso größer, je früher Sie mit der Therapie beginnen.

Wie lange soll ich eine Interferontherapie machen?

In der Regel dauert eine Interferontherapie zwölf Monate. Ihr Arzt kann sich aber auch für eine kürzere oder längere Behandlungsdauer entscheiden.

Was kann ich gegen die belastenden Nebenwirkungen tun?

Wenn Sie sich die Interferoninjektionen am Abend verabreichen, verschlafen Sie den größten Teil der unangenehmen Nebenwirkungen. Auch die Einnahme eines Grippemittels kann helfen.

Interferon kann man sich auch selbst verabreichen – wie funktioniert das?

Sie können sich das Medikament selbst direkt unter die Haut am Oberschenkel oder am Bauch spritzen (wie Diabetiker). Nach einer gründlichen Einschulung in der Klinik kommen die meisten Patienten problemlos damit zurecht.

Soll ich einen zweiten Therapieversuch machen?

Ja! Ein neuer Versuch mit einer längeren Behandlungsdauer oder einer höheren Interferondosierung ist oft erfolgreich. Auch die Kombination mit Ribovarin im zweiten Anlauf bringt sehr gute Ergebnisse.

LEBENSSTIL:  Darf ich trotz einer Hepatitis essen und trinken, was ich will?

Solange sich keine klinischen Symptome zeigen, ja! Ist die Leber bereits spürbar geschädigt, sollten Sie unbedingt auf die ärztlichen Diätempfehlungen achten!

Darf ich Alkohol trinken und wenn ja, wie viel?

Alkohol sollten Sie möglichst meiden, da er die Leber zusätzlich belastet. Ab und zu ein Glas Bier oder Wein ist aber meist erlaubt.

Ich habe noch so viele Fragen – an wen kann ich mich wenden?

Es gibt Selbsthilfegruppen von Menschen, die an Hepatitis C leiden oder die eine Lebertransplantation durchgemacht haben. Hier finden Sie Rat und Hilfe. Auch in den auf diese Krankheit spezialisierten Therapiezentren hilft man Ihnen gerne weiter.

Lexikon wichtiger Fachbegriffe

ALT (GPT)

Engl. „Alanin-Amino-Transverase“, im deutschen ist die gleichbedeutende Abkürzung GPT gebräuchlich. Der ALT- bzw. der GPT-Wert lässt Rückschlüsse auf das Fortschreiten der Leberentzündung zu.

Antikörper

Einweißkörper, die vom Immunsystem als Reaktion auf den Befall mit Viren oder anderen Krankheitserregern gebildet werden.

antiviral

virushemmend

AST (GOT)

Engl. „Aspartat-Amino-Transferase“, entspricht der gleichbedeutenden deutschen Abkürzung GOT. Der AST- bzw. GOT-Wert lässt Rückschlüsse auf das Fortschreiten der Leberentzündung zu.

CHC

Abkürzung für „chronische Hepatitis C“

DNA, DNS

Desoxyribonucleinsäure (Säure engl. = acid)

ELISA

Bezeichnung für einen Bluttest, der anzeigt, ob eine Hepatitis-C-Infektion vorliegt.

Enzyme

Für den Stoffwechsel unentbehrliche Eiweißkörper, die biochemische Vorgänge ermöglichen, beschleunigen oder in eine gewünschte Richtung ablaufen lassen, ohne dabei selbst verändert zu werden.

Fibrose

Krankhafte Bindegewebsvermehrung in Organen (z. B. Lungenfibrose als Folge einer HC-Infektion).

HCV

Abkürzung für „Hepatitis-C-Virus“. „HCV positiv“ heißt, dass eine Infektion mit Hepatitis-C-Viren besteht.

Hepatitis

Medizinischer Fachausdruck für „Leberentzündung“

Hepatozelluläres Karzinom

Medizinischer Fachausdruck für „Leberkarzinom“ (auch „Leberkrebs“)

Leberbiopsie

Unter Narkose durchgeführte Leberpunktation, bei der kleine Gewebeteile aus der Leber entnommen werden.

Lebertransaminasen

Transaminasen sind Enzyme, die die Leberzellen bei einer Entzündung ausschütten.

Paracetamol

Oral verabreichtes Grippemittel, das die Nebenwirkungen einer Interferontherapie mildert.

Proteine

Natürliche Substanzen, die vom Körper selbst gebildet werden (z. B. Interferone).

PRC

Abkürzung für Polymerase-Chain-Reaction, auf Deutsch: Polymerase-Kettenreaktion. PCR ist eine Untersuchungsmethode, bei der das Virus direkt (also nicht über Antikörper) im Blut nachgewiesen werden kann.

RNA, RNS

Ribonucleinsäure (engl. Säure=acid)

Virustiter

Maßeinheit für die Zahl der HC-Viren pro ml Blut.

Zirrhose

Fortschreitende Schädigung des Organgewebes (Verhärtung, Schrumpfung, Bindegewebswucherung) bis hin zur völligen Zerstörung.

Alle Hinweise und Ratschläge in diesem Buch wurden von der Autorin sorgfältig geprüft. Eine Garantie auf Richtigkeit oder Vollständigkeit kann dennoch nicht übernommen werden. Eine Haftung für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist daher ausgeschlossen. Bitte holen Sie stets ärztlichen Rat ein und wenden Sie sich bei Beschwerden an Ihren Hausarzt oder Facharzt!

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