Omas Hausapotheke

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Gegen jedes Unwohlsein ist ein Kraut gewachsen: Das wussten schon unsere Großmütter, die oft noch über ein enormes Wissen rund um Heilpflanzen und Kräuter verfügten. Viele dieser altbewährten Helfer aus Omas Zeit werden heute wiederentdeckt.

Mit gutem Grund: Heilpflanzen sind bei richtiger Anwendung wohltuend und verträglich für den menschlichen Organismus. Natürliche Kräuter in verschiedensten Aufbereitungen – ob als Extrakt, Tee oder Öl – sind exzellente Helfer. Sie enthalten einen wahren Cocktail an heilkräftigen Substanzen, die sich gegenseitig in ihrer Wirkung ergänzen und unterstützen.

Bitte beachten Sie beim Umgang mit Heilpflanze aber stets, dass eine Selbstbehandlung nie den Arztbesuch ersetzen kann! Besprechen Sie den Heilkräutereinsatz und insbesondere die Dauer, Dosierung und Form der Anwendung mit medizinischen Experten. Und seien Sie bitte besonders vorsichtig beim Sammeln von wilden Kräutern und Heilpflanzen. Verwechslungen mit teils dramatischen Folgen kommen leider immer wieder vor. Kaufen Sie Ihre Kräuter daher in der Apotheke, wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten.

Wohlfühlen mit Kräutertee

Eine Tasse Kräutertee ist eine richtige Wohltat für Körper und Seele. Am wirksamsten sind frische Teekräuter. Sollten diese nicht vorhanden sein, bevorzugen Sie biologischen, organischen Tee aus Teehäusern, Apotheke oder Reformhaus. Vergessen Sie nicht: Auch Tee gehört als Heilpflanze und Medizinpflanze zu den „Drogen“ und kann Nebenwirkungen hervorrufen sowie Unverträglichkeiten auslösen.

Heilkräuter, die Frauen besonders gut tun

Früher gab es keine Schlaftabletten oder andere Präparate etwa gegen Reizdarm, Verdauungsprobleme oder Ähnliches. Damals verließ Frau sich auf die Heilkräfte der Pflanzen, und auch heute noch sind viele Frauen von der Wirkung der Heilkräuter überzeugt.

Die besten Heilkräuter sind hier zusammengestellt.

Viele Frauen leiden, besonders in den Wechseljahren, an Schlafstörungen. Hier hilft Baldrian. Baldrian hat sich als sanftes Mittel gegen Schlafstörungen seit Jahren bewährt. Tinktur oder Tee haben eine sanfte Wirkung. Stärker wirken Tabletten aus der Apotheke mit hoher Dosierung.

Beinwell gibt es als Salbe in der Apotheke. Beinwell hat abschwellende und wundheilungsfördernde Eigenschaften. Als Heilkraut hilft es bei Schürfwunden, Muskel- und Gelenkschmerzen.

Wer oft an Blasenentzündung leidet, für den eignet sich Brennnesseltee. Die Blätter der Brennnessel wirken entzündungshemmend und harntreibend. Frische oder getrocknete Blätter mit kochendem Wasser übergießen und ca. vier Minuten ziehen lassen.

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Ringelblumentee wird eine positive Heilwirkung bei Menstruations- und Wechseljahresbeschwerden nachgesagt. Vorsicht – lassen Sie sich in der Apotheke beraten, da das Trinken von Ringelblumentee selten allergische Reaktionen hervorrufen kann!

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Farn wird schon seit der Antike gegen Verdauungsprobleme aller Art eingesetzt. Er hilft auch bei Sodbrennen und Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Farn bekommt man in der Apotheke als Tropfen oder Tabletten.

Bei leichten bis mittleren Depressionen hilft Johanniskraut. Die pflanzlichen Wirkstoffe bringen die Botenstoffe in Gleichgewicht, die bei seelischen Tiefs aus der Balance geraten sind. Die Pflanzenarznei kann auch vom Arzt verschrieben werden und sollte generell besser in Absprache mit dem Arzt eingesetzt werden. Eine mögliche Nebenwirkung des Johanniskrauts ist eine erhöhte Lichtempfindlichkeit.

Bei Sorgen, Grübeleien und Angstzuständen, die zu gesteigerter innerer Unruhe führt, hilft Lavendel. Es sorgt dafür, das die übererregten Systeme der Reizweiterleitung ins Gleichgewicht kommen. Lavendel gibt es auch als Öl in Kapseln.

Während der Wechseljahre kämpfen die Frauen oft mit Hitzewallungen, weil sich der Hormonhaushalt umstellt. Dagegen hilft Salbei, die Pflanze wirkt schweißhemmend in doppelter Ausführung. Sie wirkt sie auf das Temperaturzentrum im Hirn und zudem direkt auf die Schweißdrüsen. Salbei wird als Tee getrunken.

Bei entzündeten und geschwollenen Gelenken kann Arnika eingesetzt werden. Arnika wirkt wie pflanzliche Kieselerde und ist in der Apotheke erhältlich. 100 ml mit 1 Liter Wasser mischen und 2 x täglich anwenden.

Heilkräuter für den Magen

Wenn Sie Ihren Magen mit einem üppigen Mahl überlastet haben oder er Ihnen generell ab und an Probleme bereitet, steuern Sie am besten zunächst mit einem Kräutertee dagegen. Wenn Sie wissen, dass Ihr Magen ungewohntes Essen schnell übel nimmt, bestücken Sie Ihre Apotheke vorsorglich mit einigen Kräutern. Die folgenden bewährten Kräuter helfen gegen einen empfindlichen Magen:

Fenchel: wirkt bei Krämpfen und Blähungen, bewährt auch in Kombination mit Anis und Kümmel.

Kamille: hemmt Entzündungen, lindert Magenbeschwerden und Völlegefühl.

Kümmel: regt die Verdauung schwerer Speisen an, lindert Völlegefühl und hilft bei Krämpfen und Blähungen.

Pfefferminze: wirkt gegen Übelkeit und Brechreiz, mindert Völlegefühl, Krämpfe und Blähungen; wirkt gegen Durchfall.

Schleifenblume: regt Magen und Darm an.

Süßholz: lindert Entzündungen und löst Krämpfe.

Kaufen Sie die Kräutertees am besten in der Apotheke, denn dort wird gleichbleibende Qualität garantiert. Fragen Sie den Apotheker oder die Apothekerin auch nach Mischungen verschiedener Heilkräuter, die sich in ihren Wirkungen ergänzen. Bei Beschwerden wie Völlegefühl, Übelkeit und Blähungen, die von einem zu fetten Essen herrühren, hilft auch der Extrakt von Artischockenblättern. Er regt die Ausschüttung der Gallenflüssigkeit an, die für die Fettverdauung wichtig ist.

Küchenkräuter – Anbau und Pflege

Die meisten Kräuter und Gewürze sind im Anbau und in der Pflege leicht zu handhaben und haben sich schon vor langer Zeit unseren klimatischen Verhältnissen angepasst.

Sie sind nicht nur als Geschmacksverstärker einsetzbar, sondern finden auch in der Medizin Anwendung. Ist der richtige Standort gewählt, übernimmt den Rest die Natur fast im Alleingang.

Basilikum, auch Königskraut genannt, sollte im März gesät und hauchdünn mit Erde bedeckt werden. Zum Schutz vor Frost empfiehlt es sich, die Pflanzen abzudecken. Da diese mindestens fünf Stunden Sonnenlicht benötigen, sollten sie an einer sonnigen Stelle und im windgeschützten Bereich angebaut werden. Blütezeit ist im Herbst.

Ähnlich wie Basilikum sollte auch Bohnenkraut im sonnigen und windgeschützten Bereich angepflanzt werden. Eine besondere Pflege ist nicht erforderlich, jedoch sollten die Pflanzen feucht gehalten werden. Bei Winter-Bohnenkraut empfiehlt es sich, die Triebspitzen nach dem Winter abzuschneiden. Blütezeit ist September/Oktober.

Dill (Gurkenkraut) kann besonders gut in Töpfen oder Balkonkästen gehalten werden, da es keine besonderen Boden- oder Platzansprüche stellt. Dill ist sehr schnell wachsend und sollte nicht vor März gesät und mit wenig Erde bedeckt werden. Die Keimzeit beträgt in der Regel 20 Tage.

Etwas anfälliger ist hingegen Lorbeer. Meistens reichen leichte Fröste schon zum Absterben der Pflanze aus. Daher sollte er an einem sonnigen und nährstoffreichen Platz gepflanzt und stets gut feucht gehalten werden. Wenn der Baum zu groß wird, empfiehlt es sich, ihn im März zurückzuschneiden.

Majoran liebt Sand- oder Lehmboden und wächst besonders gut an sonnigen Plätzen. Die Pflanze sollte ständig gewässert und der Boden gelockert werden. Um die Blattbildung zu beschleunigen, die Blütenknospen etwas zurückschneiden. Die weißen bis rosafarbenen Rispen blühen im Juli bis September. Nach zwei bis drei Jahren empfiehlt es sich, die Pflanzen auszugraben und die Wurzeln an anderer Stelle wieder einzugraben.

Salbei lässt sich besonders gut in südlicher sonniger Lage anbauen. Nach dem ersten Frost das Kraut um etwa die Hälfte stutzen. Mehrere Pflanzen können gut im Balkonkasten gehalten werden.

Es gibt mehrere Arten von Thymian. Zum Anbau ist besonders Zitronenthymian geeignet, da diesem normalen Gartenboden genügt und er nicht ständig gewässert werden muss. Damit die Blüten neu austreiben können, im Frühjahr etwa um die Hälfte kürzen. Nach etwa drei Jahren die Wurzel ausgraben und teilen.

Eine Kräuterspirale anlegen

Sie ist wunderschön, natürlich und unheimlich praktisch: Eine Kräuterspirale sollte in keinem Garten fehlen! Als Standort wählt man am besten einen Platz in Hausnähe bzw. in der Nähe der Terrasse, um auch bei Regenwetter nur kleine Wege zurücklegen zu müssen. Kräuterspiralen sind ideal, wenn nur wenig Platz zur Verfügung steht.

Legen Sie Steine oder Ziegel spiralförmig (Schneckenhaus-Form) mit einem Durchmesser von 1,5 oder 1,6 Metern auf dem Boden aus. Die Steine werden in die Erde gelegt (hochkant stellen).

Aus der Mitte wird dann begonnen, die Spirale zu erhöhen. Die Mitte der Spirale wird der höchste Punkt, nach außen an den Rundungen wird die Spirale dann immer flacher.

Stapeln Sie Steine in gewünschter Höhe auf (empfohlen wird etwa 80 cm bis ein Meter/Hüfthöhe), füllen Sie Erde dazwischen.

Durch die verschiedenen Höhen werden verschiedene, besonders produktive Mikroklima-Zonen geschaffen.

Kräuter in die Kräuterspirale pflanzen

Pflanzen Sie Kräuter entsprechend Ihrem Verbrauch in der Küche. Auf dem höchsten Punkt der Spirale herrscht trockenes Klima, an der Basis feuchtes Klima. Während eine Seite der Kräuterspirale in der Sonne liegt, befindet sich die gegenüberliegende Seite im Schatten.

Es ist wichtig, dass Sie die Pflanzen vor dem Einsetzen kennenlernen und an den für sie idealen Platz pflanzen; Experten bezeichnen dies als optimales Mikroklima.

Wer die Kräuter aussäen möchte, sollte humusreiche Erde oder Kompost benutzen. Als Drainage kann etwas Sand beigemischt werden oder eine dünne Schicht Kies eingebracht werden.

Sonnenpflanzen, Schattenpflanzen

Kompost wird ebenfalls rund um die Pflänzchen gelegt, um die Pflanzengesundheit zu verbessern. Er wirkt zudem als Stimulans für Bodenorganismen in der Pflanzenumgebung während der Anfangsphase.

In der Sonne gepflanzt werden Rosmarin, Thymian, Oregano, Lavendel, Knoblauch, Raute, Artemisia, Aloe, Zitronenmelisse, Frühlingszwiebeln, Majoran, Pfeffer, Petersilie, Salbei.

Im trockenen Halbschatten sitzen Estragon, Beinwell, Waldmeister und Wermut.

Im feuchten Halbschatten werden Basilikum, Dill, Pfefferminze, Ingwer, Schnittlauch, Kresse und Löwenzahn gepflanzt.

Ernte und Haltbarmachung

Einige Heilkräuter entfalten dann ihre optimale Wirkung, wenn sie frisch gepflückt werden. Die meisten sollten jedoch durch verschiedene Methoden haltbar gemacht werden. Die häufigsten Veredelungsverfahren sind das Einlegen in Alkohol, die Trocknung, das Einlegen in Öl und die Verarbeitung zu Salbe oder zu einem Sirup.

Schonendes Trocknen

Ernten und trocknen Sie Kräuter und Heilpflanzen immer vor der Blüte. Denn zu diesem Zeitpunkt ist die Konzentration der heilkräftigen Substanzen am größten.

Lassen Sie Pflanzen langsam an einem schattigen und luftigen Ort trocknen. Legen Sie sie auf ein Sieb oder schön ausgebreitet auf eine mit Papier ausgelegte Holzkiste. Wenden Sie die Kräuter während des Trocknungsvorgangs hin und wieder. Auch eine gute Belüftung ist wichtig, damit sich kein Schimmel bildet. Gute Dienste beim Trocknen von Kräutern leisten auch Dörrapparate.

Sind die Pflanzen schön trocken, sollten sie in Papiertüten oder in verschraubbaren Gläsern aufbewahrt werden, bis sie in der Küche oder als Heilpflanzen Verwendung finden.

Wurzeln wie etwa Eibisch werden vor dem Trocknen würfelig geschnitten.

Kräuteröle

Kräuter können warm oder kalt in Öl angesetzt werden. Getrocknete Heilpflanzen und Blüten werden kalt angesetzt. Der Heißansatz eignet sich für die harten Teile der Pflanze, also für Rinden und Wurzeln. Auch frische Pflanzen lassen sich heiß ansetzen, was den Gärprozess unterbindet.

Der Kaltansatz

Geben Sie die getrockneten Kräuter randvoll in ein trockenes und sauberes Schraubglas Füllen Sie es anschließend mit einem hochwertigen Öl (z. B. Olivenöl) an. Alle Pflanzenteile sollten gut bedeckt sein. Jetzt das Glas verschließen. Lassen Sie die Kräuter an einem warmen Ort gut ziehen, und schütteln Sie es hin und wieder. Nach rund drei Wochen das Öl durch einen Papierfilter abseihen. Dafür ist Geduld erforderlich, da diese Prozedur einige Stunden dauern kann. Anschließend die Ölessenz in eine dunkle Flasche geben. Wichtig: Beschriftung nicht vergessen!

Der Heißansatz

Füllen Sie ein Schraubglas zu etwa einem Drittel mit getrockneten oder frischen Kräutern und bedecken Sie sie zur Gänze mit einem hochwertigen Öl. Das Glas gut zuschrauben und im heißen Wasserbad rund 15 Minuten leicht köcheln lassen. Anschließend das Glas im Wasserbad erkalten lassen. Stellen Sie das Öl mindestens drei Tage an einen warmen Ort – etwa an die Heizung oder an ein sonnseitig gelegenes Fenster, wo die Kräuter gut ziehen können. Anschließend gehen Sie gleich vor wie beim Kaltansatz. Seihen Sie das Öl ab, wie im vorherigen Abschnitt beschrieben, und beschriften Sie die Flasche.

Alkoholtinktur

Füllen Sie die frischen Kräuter randvoll in ein Schraubglas und übergießen Sie das Ganze mit hochprozentigem Alkohol. Geeignet sind etwa ein mindestens 40-prozentiger Korn oder Wodka sowie reiner Alkohol aus der Apotheke. Verschließen Sie das Glas sorgfältig und lassen Sie die Kräuter mindestens zehn Tage ziehen. Eine längere Einwirkzeit von bis zu sechs Wochen erhöht die Wirkung der Pflanzen. Seihen Sie den Inhalt anschließend durch einen Papierfilter ab und füllen Sie das Ganze in dunkle Flaschen (an die Beschriftung denken!).

Im Kühlschrank halten sich Alkoholauszüge rund ein Jahr. Tinkturen können etwa bis zu 30 Tropfen täglich (in etwas Wasser verdünnt) eingenommen werden. Sie lassen sich aber auch für Einreibungen nutzen oder können als Basis für die Zubereitung einer Salbe dienen.

Kräuter – ihre Heilkraft und ihre Verwendung in der Küche

Schon unsere Großmütter kannten den Spruch “Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen” und machten auch beim Kochen kräftig Gebrauch von diesem Grundsatz.

Die Erkenntnisse in der Untersuchung und Erforschung von Kräutern belegen ihre positiven Kräfte auch wissenschaftlich. Mittlerweile wurden, neben der bereits länger bekannten Heilkraft, neue und zum Teil unerwartete Wirkungen der Heilkräuter entdeckt.

Nachfolgend ein Auszug der geläufigsten Kräuter, ihrer Heilkraft und der Verwendung in der Küche:

Basilikum

  • verwendet werden die Blätter, frisch oder getrocknet
  • in Pesto, zu Fisch, Fleisch, Kohl, Soßen, Suppen, Bohnen, Erbsen
  • ein Tee hilft beim Einschlafen, wirkt gegen Fieber, entkrampft Magen und Darm, beruhigt die Nerven, die Blase, Niere und Galle, wirkt antiseptisch

Bohnenkraut

  • verwendet werden Blätter und Zweige, vor und während der Blüte, frisch oder getrocknet
  • in Eintopf, zu Bohnen, Kartoffeln, Lamm, Salat, als Ersatz für Oregano und als als Salzersatz
  • Tee wirkt krampfstillend, antibakteriell, Kompressen mit Tee sind gut gegen fettige Haut

Brunnenkresse

  • verwendet werden die Blätter, nur frisch
  • in Salat, Quark, Soße, Fleisch, Eier – und Fischgerichten
  • feuchtwarme Kompressen gegen Mitesser, gemischt mit Quark als Maske, appetitanregend, antibakteriell, schleimlösend, beruhigt kleine Brandwunden, gegen Juckreiz, als Haarwasser, zum Bleichen von kleinen Hautflecken, Tee beruhigt Blase, Niere und Verdauung

Currystrauch

  • verwendet werden Zweige und Blätter, frisch und getrocknet, vor und während der Blüte
  • in Reis, zu Fleisch, in Eintopf und Pudding. Nach dem Kochen entfernen!
  • durch seine starken ätherischen Öle schleimlösend

Dill

  • verwendet werden Spitzen, Knospen, Blüten und Samen, frisch oder eingefroren
  • zu Fisch, in Salat, zu Gurken, Eier, Butter, Kohl, Samen zum Gurken einlegen
  • beruhigend, verdauungsfördernd, Tee aus 1 TL zerdrücktem Dillsamen gegen Blähungen; Samen kauen hilft gegen Mundgeruch

Estragon

  • verwendet werden Triebspitzen, Blätter, frisch oder eingelegt; verliert Aroma beim Trocknen
  • in Essig und Öl einlegen, in Salat, Senf, Soße, Fleisch, Suppe, Frischkäse, Kräuterbutter, Sauerbraten, Gemüse, Geflügel, Fisch
  • appetitanregend, wassertreibend, aktiviert die Verdauung, gegen Zahnweh, Tee gegen Schlaflosigkeit, gegen einen übersäuerten Magen 1 l Wasser und 4 Zweige aufkochen und nach dem Essen zwei Tassen trinken, eine Tasse eine Stunde vor dem Essen hilft beim Abnehmen

Kapuzinerkresse

  • verwendet werden Blätter, Blüten, Knospen und Samen in frischem Zustand
  • in Kräuterbutter, Salat, Quark, Samen als Kapernersatz einlegen
  • wirkt blutreinigend, kräftigend, leicht abführend, senkt Fieber

Kamille

  • verwendet werden die Blütenköpfchen, frisch oder getrocknet
  • als Tee, auch als Tee für das Gießwasser zur Stärkung von Pflanzen
  • antibakteriell, gegen Entzündungen, Erkältungen, krampflösend, als Dampfbad öffnet es die Poren, klärt die Haut

Liebstöckel

  • verwendet werden Blätter und Stängel, frisch und getrocknet
  • Suppengewürz, Hülsenfrüchte, Kartoffelgerichte, Soßen, Braten, Kohl, Kalb, Fisch, Salat, getrockneter Samen in Brot
  • der Tee ist ein Abführmittel, hilft daher bei Magen- und Verdauungsproblemen, Aphrodisiakum

Majoran

  • verwendet werden Triebspitzen und Blättchen, kurz vor dem Öffnen der Knospen schneiden
  • in Gänsebraten, Hackfleisch, Leber, Kartoffeln, Eintopf, Tomaten, Pizza, Hülsenfrüchte
  • nervenstärkend, krampflösend, magenstärkend, erotisierend, erleichtert die Fettverbrennung

Melisse

  • verwendet werden junge Blätter, frisch und getrocknet
  • in Tee, Suppen, Sirup, Salat, Suppe, Fisch, Pilze, Joghurt, Marmelade, Süßspeisen, Wild, Geflügel und Tomaten
  • wirkt entspannend, antibakteriell, hilft als Bad beim Einschlafen, 2 TL getrocknete Blätter in 1/4 l Wasser gekocht, hilft gegen Lippenbläschen

Minze

  • verwendet werden grüne Blätter, frisch und getrocknet, kurz vor der Blüte schneiden
  • Soße, Tee, Dessert, Sirup, angesetzter Schnaps, Erbsen, Geflügel, Fleisch, Hackfleisch, Salat, Hammel, Obstsalat, Getränke
  • wirkt krampflösend, durchwärmend, inhalieren befreit die Atemwege, hilft als Tee gegen Magen- und Darmproblemen und bei Übelkeit, drei Handvoll Blätter ins Badewasser reinigt die Haut

Oregano

  • verwendet werden junge Blätter, Spitzen und Blüten, frisch oder getrocknet, während der Blüte schneiden
  • auf Pizza, zu Tomaten, Fleisch, Suppe, Gemüse, Käse
  • gegen Halsentzündung und Husten, Magen-Darmkrämpfen, als Öl in der Kosmetik, Kauen der Blätter hilft bei Zahnweh, Tee bei Erschöpfung

Petersilie

  • verwendet werden Wurzel und Kraut; nach der Blüte ist sie ungenießbar; Einsatz: frisch, getrocknet und eingefroren
  • in Kräuterbutter, Quark, Fleisch, Fisch, Kartoffeln, Salat, Suppe
  • verdauungsfördernd, kräftigend, Vitamin A + C, Kompressen beruhigen und durchbluten nervöse, gereizte Haut

Rosmarin

  • verwendet werden Nadeln und Blüten, frisch und getrocknet
  • zu Hähnchen, Tomaten, Hammel, Soßen, Braten, Bohnen, Fisch, Käse
  • appetitanregend, krampflösend, nerven – und kreislaufanregend

Salbei

  • verwendet werden Blätter, frisch vor der Blüte oder getrocknet, schlecht mit anderen Kräutern zu mischen
  • Tee, mit Nudeln, zu Käse, einzelne Blätter frittiert, Suppe, Lamm, Schweinebraten, Wild, Fisch
  • Tee bei Halsweh, gegen Pilze und Bakterien, als Kompressen gegen fettige Haut, Spülung bei dunklen, fettigen Haaren, auch gegen erste graue Haare bei dunklem Haar, Augenkompressen bei kleinen Fältchen, Stoffwechselstörungen, entzündungs- und krampflösend, gegen Zahnfleischbluten, Tee hilft bei Nachtschweiß, 1 l Tee ins Badewasser hilft gegen Schwitzen, ebenso Fuß- oder Handbad

Schnittlauch

  • verwendet werden Stängel und Blüten, frisch oder eingefroren
  • in Salat, Frischkäse, Quark, Soßen
  • Vitamin C, verdauungsfördernd, blutdrucksenkend

Thymian

  • verwendet werden Blättchen, frisch oder getrocknet, vor der Blüte schneiden
  • Fisch, Eintopf, Kartoffeln, Wild, Fleisch, Salat, Tee, Dessert, Hackfleisch, Gemüse, Tomaten, Leberknödel, Rind, Geflügel, Soße
  • hilft bei Atemwegserkrankungen, Husten, Verdauungsstörungen, wirkt desinfizierend, immunstärkend; ein Dampfbad klärt die Haut und lindert Nebenhöhleninfekte

Wacholder

  • verwendet werden die Beeren, frisch oder getrocknet
  • in Fleisch – und Wildmarinaden, Fisch, Sauerkraut, Rotkohl, eingelegtes Gemüse, Gelees, Suppen
  • unterstützt die Arbeit des Magens, entschlackt, aus zerquetschten Beeren Tee machen, als Badezusatz bei fettiger Haut

Jedes Jahr werden neue Erkenntnisse über die Heilkraft der Kräuter gewonnen. Was wir aber heute schon wissen ist, dass die Verwendung von Kräutern in der modernen Küche nicht mehr wegzudenken ist.

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Ein eigener Kräutergarten ist kein Muss. Viele der vorgestellten Heilpflanzen gedeihen nicht nur im Garten, sondern auch hervorragend in Töpfen auf der Fensterbank. So können sie stets frisch verwendet werden.

Hausmittel gegen Schnupfen & Husten

Es gibt einen alten Volksspruch über den Schnupfen, der heißt „Drei Tage kommt er; drei Tage rinnt er; drei Tage stockt er.“ Das ist gut gesagt. Der Schnupfen braucht einfach seine Zeit. Unterdrücken Sie ihn nicht sofort mit künstlichen Mitteln! Nasensprays und andere stark wirksame Medikamente können Nebenwirkungen haben.

Es gibt viele natürliche Hausmittel, die den Schnupfen ohne Risiken und doch wirksam lindern. Erkennen Sie aber auch die Grenzen dieser natürlich wirkenden Mittel an. Ein Schnupfen, der nach ungefähr einer Woche nicht vollständig heilt, kann chronisch werden oder auf die empfindlichen Nebenhöhlen übergreifen. Bei starkem Fieber kann der Besuch eines Arztes schon früher ratsam sein. Er ist auf jeden Fall dann angesagt, wenn die Temperatur länger als zwei Tage über 38 Grad Celsius steigt. Schnell ansteigendes Fieber mit Schüttelfrost ist Anzeichen einer Grippe. Die durch Influenza-Viren hervorgerufene echte Grippe ist im Gegensatz zur relativ harmlosen fiebrigen Erkältung (grippaler Infekt) eine ernsthafte Erkrankung!

Bei Kindern ist bei einer Erkältung stets ein Arztbesuch angebracht, da sie empfindlicher reagieren und es schneller Komplikationen geben kann! Besonders rasch sollten Sie reagieren, wenn Ihr Kind auffällig atmet oder über Ohrenschmerzen klagt (Gefahr einer Mittelohrentzündung – auch bei Erwachsenen!).

Gehen Sie auch dann zum Arzt, wenn die Halsschmerzen hartnäckig werden und sich verschlimmern (Gefahr einer Mandelentzündung!). Häufige Halsbeschwerden ohne erkennbare Ursache können auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen. Ein gelbgrüner Auswurf beim Husten kann etwa das Symptom einer eitrigen Bronchitis sein. Auch bei „normalem“ Husten sollte nach fünf bis sieben Tagen der Arzt aufgesucht werden, wenn die Behandlung mit Hausmitteln keine Besserung bringt.

Bitte beachten Sie, dass dieser Ratgeber generell fachlichen Rat – zum Beispiel durch einen Arzt – nicht ersetzen kann!

Hausmittel – eine sanfte Alternative

Wer harmlose Erkältungskrankheiten mit „chemischen Keulen“ behandelt, setzt seinen Körper unnötigen Risiken aus. Es geht auch anders und ohne schädliche Nebenwirkungen – mit klassischen Hausmitteln wie heißem Tee, Einreibungen, Inhalationen oder einem Wickel.

Diese bewährten Hausrezepte helfen bei einer Erkältung sanft und wirkungsvoll. Heilpflanzen sind wohltuend und verträglich für den menschlichen Organismus. Zwar ist die chemische Industrie längst fähig, einzelne besonders wirksame Bestandteile einer Heilpflanze künstlich herzustellen. Diese Laborprodukte wirken aber oft zu intensiv und rufen mitunter unerwünschte Nebenwirkungen hervor. Natürliche Heilpflanzen in verschiedensten Aufbereitungen – ob als Extrakt, Tee oder Öl – sind wirkungsvoll. Sie enthalten einen wahren Cocktail an heilkräftigen Substanzen, die sich gegenseitig in ihrer Wirkung ergänzen und unterstützen.

Diese ganzheitliche Sicht der Dinge hat sich mittlerweile auch bei Firmen, die Naturheilmittel herstellen, durchgesetzt. Inzwischen kann man in Apotheken Erkältungsmittel kaufen, die auf den alten Traditionen der Hausmittel aufbauen und die daher nicht nur gut wirksam, sondern auch verträglich sind. Auf künstliche Hilfsstoffe oder Konservierungsmittel wird bei diesen sanften Mitteln verzichtet.

Medikamente mit Vorsicht einnehmen!

Immer mehr Menschen setzen daher erst einmal auf Hausmittel, bevor sie zu den chemischen Produkten der pharmazeutische Industrie greifen. Diese sind zwar hochwirksam, haben dafür aber manchmal Nebenwirkungen. Nasentropfen mit Wirkstoffen wie Xylometazolin zum Beispiel wirken gefäßverengend, die Nase schwillt ab, man kann wieder leichter atmen. Viele dieser Tropfen schädigen allerdings bei längerem Gebrauch die Nasenschleimhäute. Da sie die Durchblutung drosseln, kann es auf lange Sicht zu „Ernährungsstörungen“ und sogar zu einem völligen Verlust der normalen Schleimhautfunktion kommen. Diese Erkrankung kann sogar eine klinische Behandlung notwendig machen.

Auch bei „Schnupfenpillen“ und anderen chemisch hergestellten Mitteln kann es vor allem bei Kindern jede Menge unerwünschter Nebenwirkungen geben: Gereiztheit, Schlaflosigkeit, Blutdruckanstieg oder Müdigkeit sind nur einige davon. Bitte nehmen Sie Schnupfen-Medikamente daher nicht wahllos ein, sondern halten Sie sich an die Anweisungen Ihres Arztes.

Warum auch Hausmittel Beratung brauchen

Auch traditionelle Heilmittel aus der Naturmedizin sollten immer mit Bedacht eingenommen werden. Lassen Sie sich im Zweifelsfall beraten, welches Hausmittel für Sie oder Ihr Kind am besten geeignet ist. Ihr Arzt oder Apotheker empfiehlt Ihnen das passende Heilmittel und erklärt Ihnen die richtige Anwendung. Bei erkälteten Säuglingen und Kleinkindern ist das besonders wichtig. Kleine Kinder vertragen manche an sich harmlose Schnupfenmittel nur schlecht: Einreibungen mit Eukalyptus, Menthol oder Kampfer zum Beispiel sind für diese Altersgruppe zu scharf.

Ziehen Sie sanfte Arzneien aus der Apotheke Produkten aus dem Supermarkt vor! Sie erfüllen in Reinheit und Qualität die strengen Anforderungen des Arzneimittelgesetzes. Vor der Herstellung der Arzneien werden die Pflanzen auf ihre Wirkstoffe untersucht. Das ist wichtig, da nicht jede Pflanze einer Gattung gleich wirksam ist. Es kommt auf den Boden und die Bedingungen an, unter denen sie gewachsen ist. Eine Pflanze derselben Art kann viele oder auch nur wenige heilkräftige Substanzen enthalten. In Apotheken gibt es nur hochwirksame Pflanzenprodukte, die ohne den Einsatz von Herbiziden und Pestiziden angebaut werden.

Der Kauf in der Apotheke schützt vor minderwertigen Produkten, etwa vor künstlich hergestellten und wenig wirksamen Ölen (z.B. Melissenöl). Apotheken verkaufen nur solche Hausmittel, die die Wirkstoffe der Pflanzen in möglichst hohen Konzentrationen enthalten. Nur so können die Heilpflanzen auch wirklich ihre wohltuende Wirkung entfalten. Produkte mit geringen Dosierungen sind zwar billiger, haben aber kaum heilende Wirkung, auch wenn der typische Geschmack einer Heilpflanze noch da ist.

Übrigens: Achten Sie bei Heilpflanzen auf die richtige Dosierung und gehen Sie bei einer Erkältung keinesfalls nach dem Motto „je mehr, desto besser“ vor! Auch bei pflanzlichen Wirkstoffen ist Vorsicht angebracht. Eine kindersichere Aufbewahrung ist auch bei Hausmitteln wichtig.

Rasche Hilfe durch Inhalationen

Kopfdampfbäder bringen rasch Linderung bei Heiserkeit und Schnupfen, bei Stirn- und Nebenhöhlenkatarrhen und bei Husten. Durch den eingeatmeten Wasserdampf werden die gereizten Schleimhäute in der Nase und im Rachen gut angefeuchtet und erwärmt. Viele Schnupfenviren sind hitzeempfindlich und werden vom heißen Dampf schachmatt gesetzt. Kräuteröle unterstützen die heilsame Wirkung des Wasserdampfes. Die Schleimhäute schwellen ab, die Nase wird wieder frei und man kann wieder besser durchatmen. Auch das Abhusten wird durch das Inhalieren erleichtert.

Hilfreich bei Husten sind Inhalationen mit der Zugabe von hustenlösenden Kräuterölen wie Eukalyptus- und Kiefernadelöl oder einem Aufguss aus Teekräutern (z.B. Malve, Anis, Thymian und Spitzwegerich). Menthol und Pfefferminzöl sind ungeeignet, da sie die Schleimhäute zu stark reizen. Das Inhalieren mildert den Hustenreiz und erleichtert das Abhusten des zähflüssigen Schleims.

Wenn festsitzender, trockener Husten kratzt und schmerzt, bringt ein Dampfbad mit einem Esslöffel Kochsalz oder Kamillenblüten in ein Liter heißem Wasser aufgelöst, rasch Linderung.

So inhalieren Sie richtig

Bringen Sie in einem größeren Topf ein bis zwei Liter Wasser zum Kochen. Geben Sie Kräuterzusätze und Öle erst dann dazu, wenn das Wasser den Siedepunkt erreicht hat. Die pflanzlichen Wirkstoffe werden nun durch das kochende Wasser freigesetzt und können durch Mund und Nase aufgenommen werden.

Dazu beugen Sie sich über das zugedeckte Gefäß, das Sie vorher von der Kochstelle genommen haben. Legen Sie ein großes Handtuch über Kopf, Oberkörper und Topf, sodass ein abgeschlossenes „Zelt“ entsteht. Schieben Sie jetzt langsam den Deckel vom Topf und gewöhnen Sie sich allmählich an die Hitze des aufsteigenden Dampfes (wichtig: Der Dampf darf nicht zu heiß sein). Atmen Sie ruhig und tief, und zwar abwechselnd durch Mund und Nase. Die Inhalation sollte mindestens zehn Minuten dauern. Dann sinkt die Temperatur des Dampfes und die Wirkung der Heilkräuter lässt langsam nach. Beenden Sie das Dampfbad und waschen Sie Kopf und Oberkörper mit kaltem Wasser. Gehen Sie nach dem Inhalieren nicht an die frische, kalte Luft!

Achtung! Seien Sie vorsichtig beim Hantieren mit dem Kochtopf! Das Wasser kann überschwappen und Sie verbrühen. Im Handel erhältliche Inhalationsgefäße sind eine sichere Alternative.

Kinder sollten wegen der Verbrühungsgefahr überhaupt nicht direkt über heißen Dämpfen inhalieren. Ein Luftbefeuchter oder eine Schüssel mit heißer Inhalationsflüssigkeit neben dem Bett feuchten die Schleimhäute an. Lassen Sie das Kind dabei aber nicht unbeobachtet!

Auch eine Duftlampe mit Kräuteröl sorgt für eine freie Nase und vermittelt das Gefühl, wieder durchatmen zu können. Hochwertige Öle hinterlassen keine Flecken und können auch „kalt“ inhaliert werden: Geben Sie ein paar Tropfen auf Wäsche, Polster, Kleidung oder Taschentuch und genießen Sie die wohltuenden Dämpfe!

Selbst gemachte Hustenmittel

Rettichsaft

Rettichsaft ist ein ausgezeichnetes Hausmittel gegen hartnäckigen Husten. Höhlen Sie einfach einen schwarzen Rettich aus, füllen Sie ihn mit im Wasserbad erwärmten Honig (Lindenblütenhonig) und lassen Sie das Ganze einen Tag ziehen (am besten in einem schmalen Gefäß aus Glas). Alternativ können Sie auch den Kopfteil eines schwarzen Rettichs wegschneiden, diesen der Länge nach halbieren und die Schnittflächen ein wenig aushöhlen. Bedecken Sie die Schnittflächen dick mit braunem Kandiszucker und warten Sie, bis sich der Zucker aufgelöst hat.

Nehmen Sie bis zu dreimal täglich einen Esslöffel des ausgetretenen Rettichsafts ein.

Omas Zwiebelsirup

Die ätherischen Öle der Zwiebel lösen gut festsitzenden Husten. Das Vitamin C, das Zwiebeln reichlich enthalten, stärkt zudem das Immunsystem. Würfeln Sie eine mittelgroße Zwiebel fein, bestreuen Sie sie gut mit Zucker und lassen Sie sie anschließend zugedeckt stehen. Nehmen Sie den Saft, der sich nach einer Stunde gebildet hat, teelöffelweise ein.

Zwiebelmilch

Pressen Sie eine Zwiebel aus und träufeln Sie dem Saft in ein Glas heiße Milch. Geben Sie einen Esslöffel Honig dazu. Gut verrühren und schluckweise trinken.

Spitzwegerich mit Honig

Kochen Sie Spitzwegerichblätter mit einem Liter Wasser auf und lassen Sie den Sud gut ziehen. Seihen Sie anschließend die Blätter ab und kochen Sie den Sud mit 500 Gramm Kandiszucker so lange, bis die Konsistenz ähnlich dickflüssig ist wie zum Beispiel Honig. Nehmen Sie davon mehrmals am Tag einen Teelöffel ein.

Hagebuttenblätter mit Honig

Kochen Sie 100 Gramm Hagebuttenblüten und -blätter mit 100 Gramm Honig und einem Liter Wasser etwa 15 Minuten lang. Schöpfen Sie dabei den entstehenden Schaum laufend ab. Filtern Sie anschließend den Sud und füllen Sie ihn in ein Gefäß. Die Mischung ist nicht lange haltbar. Sie sollte daher im Kühlschrank aufbewahrt und rasch verbraucht werden.

Fenchelhonig

Honig wirkt lindernd bei Entzündungen. Nehmen Sie mehrmals täglich einen Esslöffel Honig ein oder süßen Sie damit Ihren Tee. Wenn Sie zu Allergien neigen, können Sie einen von Blütenpollen gereinigten Arzneihonig aus der Apotheke verwenden. Besonders wirksam ist eine Mischung aus Honig und hustenlösendem Fenchelextrakt. Dieses bewährte Hausmittel gibt es auch als fertige Mischung in der Apotheke. Fenchelhonig eignet sich wegen seines guten Geschmacks besonders für die Behandlung von Kindern. Heiße Milch mit Fenchelhonig wirkt beruhigend und entkrampfend.

Sie können Fenchelhonig auch selbst herstellen: 10 Gramm Fenchelsamen zerstoßen, mit 100 Gramm Honig mischen und zehn Tage lang ziehen lassen. Essen Sie täglich einen Teelöffel davon oder mischen Sie den Fenchelhonig in heiße Milch.

Salbei-Holundersaft

Kochen Sie eine Handvoll Salbeiblätter in einem Liter Holundersaft auf, anschließend ziehen lassen, abseihen und mehrmals täglich ein Glas davon einnehmen.

Holundersirup

Holunder wirkt ausgezeichnet gegen hartnäckige Verschleimungen. Kochen Sie reife Holunderbeeren solange in einem Liter Wasser, bis die Beeren aufbrechen. Gießen Sie das Wasser ab, mischen Sie etwa 250 Gramm Zucker hinzu und lassen Sie die Mischung eine halbe Stunde unter ständigem Rühren weiterkochen. Trinken Sie davon zwei- bis dreimal täglich ein Gläschen.

Achtung: Verzehren Sie keine rohen Holunderbeeren, da diese giftig sind. Erst wenn man die Beeren kocht, wird das Gift zerstört.

Honig mit Knoblauch

Mischen Sie Honig, Knoblauch und Karottenscheiben, erwärmen Sie das Ganze leicht und lassen Sie es mindestens zehn Stunden stehen. Das Hausmittel lindert den quälenden Hustenreiz und kann die Abwehrkräfte stärken.

Kräutermischung mit Zwiebel

Vermischen Sie einen Teelöffel Thymian mit einem Teelöffel getrockneten Salbei und 100 Gramm gehackter Zwiebel sowie 100 Gramm Kandiszucker. Lassen Sie das Ganze köcheln, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Füllen Sie die Mischung noch warm in ein Glasgefäß und lassen Sie sie abkühlen. Nehmen Sie täglich einen Teelöffel von dieser Hustenmischung ein. Achtung: Die Mischung ist nur einige Tage haltbar und sollte im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Zitronen-Hustensaft

Schälen Sie ein paar Zitronen, schneiden Sie sie in Scheiben und vermischen Sie sie in einer Schüssel mit reichlich Zucker. Lassen Sie das Ganze 24 Stunden ziehen und seihen Sie anschließend den Saft ab. Nehmen Sie dreimal täglich einen Esslöffel ein.

Kräutermischung mit Honig

Bei Husten und Bronchitis sind Thymian, Pfefferminz und Spitzwegerich besonders wirksam. Geben Sie je eine Handvoll in ein Liter Wasser, lassen Sie das Ganze gut aufkochen und lassen Sie die Mischung anschließend durch ein engmaschiges Sieb laufen. Trinken Sie die abgekühlte Hustenmischung mit etwas Honig.

Honig-Essig-Mischung

Vermischen Sie Apfelessig und Honig zu gleichen Teilen und nehmen Sie alle paar Stunden einen Teelöffel von dieser Mischung. Die Essig-Honig-Mischung wirkt entzündungshemmend und löst festsitzenden Schleim.

So helfen Tees

Bei einer Erkältung kommt es oft zu einer Entzündung der Schleimhäute des Rachens und der Bronchien, was sich als Hustenreiz bemerkbar macht. Das ist zwar lästig, sorgt aber auch dafür, dass Verschleimungen abgehustet werden. Frisch aus Heilkräutern zubereitete Tees wirken wohltuend bei Erkältungskrankheiten, ohne diesen nützlichen Reiz völlig zu stoppen. Sie feuchten die Schleimhäute an, lindern den Hustenreiz und sorgen für ein angenehmes, entspannendes Wärmegefühl.

Bewährte Heilkräuter bei Husten sind Thymian-, Spitzwegerich- und Malvenblätter sowie Eibischwurzeln und Anisfrüchte. Anis und Thymian erleichtern das Abhusten. Sie sind reich an ätherischen Ölen, die beruhigend und desinfizierend auf die Atemwege wirken. Eibisch, Spitzwegerich und Malve enthalten Schleimstoffe, die den Hustenreiz lindern. In der Apotheke gibt es tassenfertige Mischungen dieser Heilkräuter. Trinken Sie mehrmals täglich eine frische Tasse dieses Tees!

Erkältungstees aus der Apotheke sollten zu Hause gut verschlossen aufbewahrt werden. Bereiten Sie sich bei einer Verkühlung mehrmals täglich eine Tasse zu: Übergießen Sie 1 bis 3 Gramm Pflanzenteile mit kochendem Wasser. Lassen Sie den Aufguss zehn Minuten ziehen und trinken Sie ihn anschließend sofort. Durch das Aufgießen mit heißem Wasser entfalten sich die in den Heilkräutern enthaltenen Wirkstoffe. Bei frischem Tee ist diese Heilwirkung am größten. Bereiten Sie Ihren Tee daher immer frisch zu!

Bei Halsentzündungen können Sie Tee auch für Spülungen und zum Gurgeln verwenden: Spülen Sie den Mund mehrmals täglich mit dem noch warmen Teeaufguss aus. Gurgeln Sie, damit die heilkräftigen Substanzen auch in den Rachen gelangen.

Manche Heiltees sollten nicht in zu großen Mengen eingenommen werden, da sie den Magen belasten können. Unschädlich ist in der Regel eine Dosis von zwei bis drei Tassen, die über den Tag verteilt getrunken werden.

Die besten Erkältungstees

Salbeitee gegen Husten

Salbei ist ein bewährtes Hausmittel bei Halsentzündungen. Er wirkt entzündungshemmend und drosselt das Wachstum der Erkältungsviren. Trinken Sie mehrmals täglich eine Tasse Salbeitee oder gurgeln Sie mit Salbei. Wenn Sie mit dem Tee gurgeln, sollten Sie ihn immer ausspucken!

Thymian & Spitzwegerich bei Verschleimung

Schleimiger Husten ist bei einer Erkältung besonders belastend. Mit dieser Kräutermischung kann das Sekret besser abfließen. Vor allem Thymian wirkt auswurffördernd und entspannend bei Verkrampfungen der Bronchien. Die Wirkstoffe des Krauts regen die winzigen Flimmerhärchen in der Bronchialschleimhaut an und das befördert das zähe Sekret aus den Atemwegen.

Überbrühen Sie je einen Teelöffel getrockneten Thymian und Spitzwegerich mit kochendem Wasser, lassen Sie die Mischung kurz ziehen und trinken Sie sie möglichst warm.

Holunderblüten zum Ausschwitzen

Als Hausmittel gegen die einsetzende Erkältung hilft ein Holunderblütentee. Heiß getrunken, am besten mit Honig gesüßt, bringt er den Körper dazu, kräftig zu schwitzen und sich so gegen die drohende Erkrankung zu wehren. Einfach fünf Teelöffel Holunderblüten mit einem halben Liter siedenden Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen. Geben Sie erst dann den Saft einer halben Zitrone und zwei Teelöffel Honig dazu und trinken Sie Ganze möglichst schnell! Sie können die schweißtreibende Wirkung unterstützen, indem Sie anschließend ein Vollbad nehmen und dann im vorgewärmten Bett (Wärmflasche!) ausruhen. Fußbäder mit Salz wärmen den Körper ebenfalls gut durch und helfen so, eine Erkältung abzufangen.

Der Tee bringt Ihren Organismus auf Touren und sorgt dafür, dass Sie über Nacht den Infekt ausschwitzen. Neben Holunderblütentee eignet sich dafür auch Lindenblüten- und Wachholderbeeren-Tee.

Seifenkraut-Tee gegen Verschleimung

Seifenkraut-Tee bereiten Sie zu, indem Sie zwei Teelöffel Seifenkrautwurzel mit einem halben Liter kaltem Wasser ansetzen und über Nacht kalt ziehen lassen. Trinkens Sie am Morgen eine erwärmte Tasse davon, eine weitere am Abend vor dem Schlafengehen.

Einreibungen & Wickel

Einreibungen auf Brust und Rücken sind ein altbewährtes Hausmittel bei Erkältungskrankheiten. Sie fördern die Durchblutung und sorgen dafür, dass die aufgetragenen Wirkstoffe gut in die Haut eindringen können. Leicht verdunstende Öle wirken zusätzlich über die Hautwärme auf die Mund- und Nasenschleimhäute und entfalten dort ihre wohltuende Wirkung.

Früher wurden solche Einreibungen nur zu Hause hergestellt. Heute kann man auch fertige Produkte aus der Apotheke einsetzen. Achtung! Verwenden Sie kein Menthol oder Kampfer zum Einreiben! Diese Stoffe sind für die empfindlichen Schleimhäute von Kindern zu aggressiv und werden manchmal auch Erwachsenen schlecht vertragen.

Kalte Wickel bei Fieber und Schmerzen

Nasskalte Wickel sind ein bewährtes Hausmittel bei Erkältungskrankheiten. Durch den kalten Wickel gibt der Körper stark Wärme ab, was fiebersenkend wirkt. Der Wärmeentzug hemmt Entzündungen, verringert Schwellungen und vermindert Schmerzen. Durch den sich entwickelnden Schweiß werden Giftstoffe aus dem Körper geschafft. Das hilft dem Organismus bei der Überwindung der Infektion. Feuchte Wickel haben bei fieberhaften Erkrankungen, speziell bei Kindern, großen Erfolg.

Der kalte Halswickel

Der kalte Halswickel wird bei Halsschmerzen als sehr angenehm empfunden. Sie nehmen Baumwoll- oder Leinenstreifen (Achtung: Keine Kunstfasern!), tauchen diese in kaltes Wasser; anschließend leicht auswringen (der Wickel soll feucht, aber nicht nass sein) und um den Hals wickeln. Darüber wird ein Wollschal gegeben. Die Wolle zieht die Feuchtigkeit nicht an und sorgt für die erforderliche Verdunstung. Nehmen Sie den Wickel dann ab, wenn Sie ihn nicht mehr als kalt empfinden. Er sollte spätestens nach einer Stunde wieder entfernt werden.

Der kalte Wadenwickel

Der kalte Wadenwickel hat zur Folge, dass der heiße Kopf sehr schnell als kühler empfunden wird und der Patient leichter einschläft. Auch um die Waden feuchtkalte Baumwoll- oder Leinentücher wickeln (siehe Halswickel). Um diesen Umschlag gehört Wolle, da Wolle die Feuchtigkeit nicht anzieht und die Verdunstung fördert. Ideal sind wollene Kniestrümpfe (bei Wiederverwendung der Strümpfe nur für Wickel ist es zweckmäßig den Fußteil abzuschneiden). So bleibt das Bett trocken – das hilft nicht nur den Kindern, sondern auch den Erwachsenen.

Sockenwickel zur Fiebersenkung

Bei Fieber hilft ein kalter Sockenwickel. Ziehen Sie feuchte Baumwollsocken an und darüber ein trockenes Paar. Decken Sie sich warm zu und lassen Sie den „Sockenwickel“ zehn bis zwanzig Minuten wirken (also kürzer als bei den üblichen Wickelverfahren). Die nassen Socken entziehen dem Körper Wärme und senken so das Fieber um 0,5 bis 1 Grad.

Warme Brustwickel gegen Husten

Ein Brustwickel kann das Abhusten erleichtern und die entzündeten Schleimhäute beruhigen: Mischen Sie 10 bis 15 Tropfen Kräuteröl (z. B. Thymianöl) mit einem Esslöffel eines hochwertigen Speiseöls (z. B. Olivenöl). Reiben Sie die Brust mit dem angereicherten Öl ein. Legen Sie ein Schutztuch, eine Wolldecke und eine Wärmflasche darauf. Lassen Sie die Kompresse ein bis zwei Stunden wirken.

Achtung: Die Anwendung eines Wickels sollte nur dann ins Auge gefasst werden, wenn der Patient bereit ist, Bettruhe einzuhalten. Der Patient darf während eines Wickels keinesfalls ein andauerndes Gefühl der Kälte empfinden. Im Gegenteil, es muss ihm oder ihr wohlig warm im Bett sein. Wenn auch eine Wärmflasche nicht gegen das Frösteln hilft, sollte der Wickel abgenommen werden.

Topfenwickel gegen Entzündungen

Topfen auf ein Baumwolltuch streichen und den Topfenwickel um den Hals legen. Einen Schal darüber wickeln, damit der Topfenwickel schön warm wird. Der Topfen lindert Schmerzen und hemmt Entzündungen.

Majoran-Einreibung gegen verstopfte Nasen

Die ätherischen Öle des Majorans sind eine Wohltat für Schnupfennasen. Hier ein Rezept für die Herstellung einer Majoransalbe: Erhitzen Sie 20 Gramm Majoran (alternativ kann auch die gleiche Menge Thymian verwendet werden) mit 100 Gramm Butter oder Vaseline im Wasserbad und lassen Sie Mischung anschließend erkalten. Tragen Sie die Salbe vor dem Schlafengehen auf die Brust auf und decken Sie sie mit einem Tuch ab, um Flecken zu verhindern.

Muskat-Einreibung gegen Husten

Vermischen Sie einen Teelöffel Muskat mit drei Teelöffel Vaseline und reiben Sie damit bis zu dreimal täglich den Brustkorb ein.

Thymian-Brustwickel gegen Husten

Ein Thymian-Brustwickel wirkt schleimlösend und hilft bei hartnäckigem Husten. Übergießen Sie einen Esslöffel Thymian mit kochendem Wasser und lassen Sie die Mischung zehn Minuten ziehen. Anschließend den Sud abseihen und ein dünnes Tuch aus Baumwolle damit tränken. Das Tuch gut auswringen, auf der Brust auflegen, mit einem trockenen Tuch bedecken und etwa eine halbe Stunde wirken lassen.

Zitronenwickel gegen Halsentzündungen

Zitronenwickel helfen bei Halsentzündungen. So machen Sie sich die entzündungshemmende und abschwellende Wirkung der Zitrone zunutze: Zerschneiden Sie eine große Zitrone in ca. 1 cm dicke Scheiben. Bedecken Sie damit ein feines Tuch zur Hälfte und schlagen Sie das Tuch ein. Rollen Sie mit einem Nudelholz darüber, bis die Zitronen weich und der Saft leicht ausgedrückt wird. Legen Sie die Packung auf den Hals, geben Sie noch ein zweites Tuch darüber und lassen Sie das Ganze mindestens 20 Minuten einwirken.

Eine alternative Möglichkeit: Vermischen Sie heißes Wasser mit dem Saft einer Zitrone, lassen Sie die Mischung abkühlen und tränken Sie mit dem Sud ein Baumwolltuch. Anschließend gut auswringen und auf den vorderen Halsbereich legen. Zum Abschluss kommt noch ein trockenes Tuch möglichst faltenfrei um den ganzen Hals. Lassen Sie den Wickel rund eine halbe Stunde einwirken.

Koblauchkette gegen Verschleimungen

Zwiebeln und Knoblauch lösen festsitzenden Schleim in den Nebenhöhlen. Fädeln Sie abwechselnd Zwiebelstücke und Knoblauch auf eine Schnur und tragen Sie die Kette über Nacht am Hals.

Zwiebelwickel gegen Verschleimungen

Rösten Sie Zwiebelscheiben mit Öl in der Pfanne an. Lassen Sie das Ganze etwa abkühlen und wickeln Sie die Scheiben anschließend in ein dünnes Baumwolltuch. Legen Sie den Zwiebelwickel auf die Brust und lassen Sie ihn etwa eine halbe Stunde wirken.

Hausmittel bei verstopfter Nase

Um die Nasenatmung zu verbessern, greifen bei einer Erkältung viele Menschen zu schleimhautabschwellenden Sprays mit gefäßverengenden Wirkstoffen wie Oxymetazolin, Xylometazolin, Tramazolin und Naphazolin. Das macht zwar die Nase frei, dennoch sind diese Sprays laut Stiftung Warentest nur „mit Einschränkung geeignet. Sie dürfen nur einen beschränkten Zeitraum angewendet werden, da sich sonst eine Abhängigkeit entwickeln kann. Hat sich die Nase erst einmal an diese Arzneistoffe mit adrenalinähnlicher Wirkung gewöhnt, will sie ständig mehr davon. Um die Nase freizubekommen, muss immer wieder und in immer kürzeren Abständen gesprüht werden. Für die empfindlichen Nasenschleimhäute ist das alles andere als gesund. Sie geraten aus dem Lot und werden mit der Zeit rissig und trocken.

Sanft wirkende Hausmittel lassen die Nasenschleimhaut auf natürliche Weise abschwellen. Damit können sie auch längerfristig angewendet werden, ohne dass die Nase Schaden nimmt.

Kochsalz-Nasenspülung

Bei verschnupften Nasen helfen am besten Spülungen mit Kochsalz. Eine für den menschlichen Organismus bekömmliche Kochsalzlösung, die es in Apotheken zu kaufen gibt, enthält in etwa jene Menge Natriumchlorid, die dem natürlichen Salzgehalt unseres Körpers entspricht. Mittels Salzspülung werden Bakterien, Viren und andere Krankheitserreger von den Schleimhäuten gespült, die Nase wird befreit und das Sekret kann abfließen. Auch zur Vorbeugung gegen Schnupfen und Nebenhöhlenentzündungen eignet sich die tägliche Spülung der Nase mit einer verträglichen Kochsalzlösung.

Honig für verschnupfte Nasen

Honig wirkt desinfizierend und ist eine Wohltat für die gereizte Haut. Er eignet sich daher auch hervorragend für die Pflege der Schnupfennase. Geben Sie einfach ein wenig Honig auf den Finger und tragen Sie ihn sanft in der Nase auf.

Nase frei mittels Fußbad

Ein ansteigendes Fußbad hilft bei verstopfter Nase. Dazu die Temperatur des Fußbads nach und nach von etwa 34 Grad innerhalb von 20 Minuten auf 41 Grad erhöhen. Trocknen Sie die Füße anschließend gut ab, ziehen Sie warme Socken an und ruhen Sie sich etwas aus.

Majoranbutter gegen Schnupfennasen

Ein gutes Hausmittel bei Schnupfen ist die Majoranbutter. Wie sie hergestellt wird, wird im Abschnitt über Wickel erklärt. Pflegen Sie die Nase mehrere Male am Tag mit einer streichholzkopfgroßen Menge der Butter.

Scharfes Süppchen gegen Schnupfen

Die Hühnersuppe gilt als klassische Krankenkost – noch wirksamer wird sie bei einer Erkältung, wenn sie mit scharfen Gewürzen wie etwa Chili und Ingwer verfeinert wird. Ein scharfes Süppchen regt die Durchblutung der Nasenschleimhaut an. Das zähe Sekret kann so besser abfließen. Auch der Kreislauf wird angeregt – man beginnt zu schwitzen, was wiederum Erkältungsviren killt. Aber Vorsicht: Nicht jeder verträgt scharfes Essen! Für kleine Kinder sind Chili und Ähnliches immer tabu!

Bäder

Viele Menschen empfinden ein warmes Bad bei einer Erkältung als besonders angenehm. Auch zur Vorbeugung ist ein Bad bestens geeignet. Wie Sie bereits gehört haben, sind Schnupfenviren hitzeempfindlich und können durch die Wärme des Wasserdampfes abgetötet werden.

Diese positive Wirkung kann man durch Badeöle noch unterstützen. Im warmen Wasser quillt die Haut schnell auf. So kann der Körper über die Poren im Wasser gelöste Stoffe gut aufnehmen. Da diese Öle an der Oberfläche des warmen Badewassers leicht verdunsten, entfalten sie auch in den Atemwegen ihre entzündungshemmende und abschwellende Wirkung. Besonders wirksam bei Erkältungen sind die ätherischen Öle der Kiefer. Sie lindern Schnupfensymptome und regen die Hautdurchblutung an. Damit eignen sich diese Öle auch besonders zur Vorbeugung einer Erkältung.

Achtung! Heiße Vollbäder belasten den Körper. Wer unter Kreislaufbeschwerden oder hohem Blutdruck leidet, sollte besonders vorsichtig sein! Ätherische Badeöle sind für Babys und Kleinkinder nicht geeignet. Auch wer unter Atemwegsproblemen wie etwa Asthma leidet, sollte mit ätherischen Ölen generell sehr vorsichtig sein (fragen Sie Ihren Arzt!).

Die wichtigsten Heilpflanzen

Anis

Die bis zu einem halben Meter hohe Anispflanze stammt ursprünglich aus Asien und ist heute im Mittelmeerraum heimisch. Die nur wenige Millimeter großen Anisfrüchte mit ihrem charakteristischen Duft werden im Juli und August geerntet.

Das im Anis enthaltene ätherische Öl Athenol lindert Hustenreiz und wirkt schleimlösend. Die kleinen Anisfrüchte werden auch zu Tee weiterverarbeitet, der sich vor allem bei Blähungen bewährt. Zum Gurgeln bei Erkältungskrankheiten gibt es Anistinkturen. Das sind konzentrierte Pflanzenextrakte, die mit Hilfe von Alkohol gewonnen werden. Gegen Bauchschmerzen hilft ausgezeichnet eine warme Anis-Kümmel-Milch.

Arnika

Der Korbblütler Arnica montana kommt auf hoch gelegenen Almwiesen und auf mageren Wiesen in kalkarmen Bergregionen vor. Die Pflanze kann auch in Töpfen oder im Garten gezogen werden.

Die äußerlich angewandte Tinktur hilft ausgezeichnet bei der Wundheilung sowie bei stumpfen Verletzungen und bei Zerrungen. Innerlich sollte Arnika nicht angewendet werden! Unbedenklich ist die homöopathische Einnahme (Arnika-Globuli) als geschätztes Mittel gegen hartnäckige Entzündungen.

© Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de

© Dr. Klaus-Uwe Gerhardt  / pixelio.de 

Wer wilden Arnika sammelt, sollte vorsichtig sein, da die Pflanze leicht mit dem Ochsenauge verwechsel wird. Wichtig ist außerdem, nur wirklich einwandfreie Blüten zu sammeln. Beschädigt wirkende Pflanzen (meist durch Fliegenbefall) sind weniger heilkräftig.

Eibischwurzel

Eibisch ist in Europa und Westasien zu Hause. Die Wurzeln dieser bis zu 1,5 Meter hohen Pflanze sind besonders heilkräftig. Sie werden im Herbst und Winter ausgegraben und an der Luft getrocknet.

Eibischwurzeln enthalten einen heilkräftigen Pflanzenschleim, dessen Zusammensetzung noch nicht genau bekannt ist. Dieser Schleim wirkt reizlindernd bei Schleimhautentzündungen in Mund und Rachen. Eibischwurzel kann als Tee zubereitet werden. Das Extrakt wird bei Erkältungen zum Gurgeln und für Kompressen verwendet. Frische oder getrocknete Wurzelstücke können auch gekaut werden. Arznei-Eibisch kann auch als Spülung oder als Badezusatz gegen Hautrockenheit und bei Kopfhautproblemen eingesetzt werden.

Hibiskus – auf Deutsch Eibisch – ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Malvengewächse (© BirgitH/pixelio.de).

Eukalyptus

Eukalyptus ist ein immergrüner Baum, der vor allem im Mittelmeergebiet beheimatet ist. Das ursprünglich aus Australien stammende Gewächs wird in Europa bis zu 25 Meter hoch.

Eukalyptus desinfiziert und hemmt Entzündungen und wird daher schon seit langer Zeit zur Behandlung von Halsschmerzen, Husten und Heiserkeit verwendet. Besonders wirksam ist das Eukalyptusöl. Es löst festsitzenden Schleim und gehört zu den Pflanzenölen mit der stärksten keimtötenden Wirkung. Eukalyptusöl wird für Einreibungen (einige Tropfen gemischt mit einem Löffel Olivenöl) oder Kompressen verwendet. Bei Säuglingen und Kleinkindern sollte Eukalyptus nicht im Bereich von Gesicht und Nase angewendet werden!

Die Eukalyptusblätter können auch als Tee zubereitet werden. Beim langsamen Trinken wirken die Inhaltsstoffe wohltuend auf den entzündeten Rachen.

Kopfdampfbäder mit Eukalyptus bringen schnell Linderung bei Heiserkeit und Schnupfen, bei Stirn- und Nebenhöhlenkatarrhen und bei Husten. Durch den eingeatmeten Wasserdampf werden die gereizten Schleimhäute in der Nase und im Rachen gut angefeuchtet und erwärmt. Viele Schnupfenviren sind hitzeempfindlich und werden vom heißen Dampf schachmatt gesetzt. Das Eukalyptusöl unterstützt die heilsame Wirkung des Wasserdampfes. Die Schleimhäute schwellen ab, die Nase wird frei und man kann wieder besser durchatmen. Auch das Abhusten wird durch das Inhalieren erleichtert.

Besonders bewährt hat sich dazu eine Mischung aus Eukalyptus- und Kiefernadelöl. Menthol und Pfefferminzöl sind ungeeignet, da sie die Schleimhäute zu stark reizen. Auch eine Duftlampe mit Kräuteröl sorgt für eine freie Nase und vermittelt das Gefühl, wieder durchatmen zu können. Hochwertiges Eukalyptusöl hinterlässt keine Flecken und kann auch „kalt“ inhaliert werden: Einfach ein paar Tropfen auf Wäsche, Polster, Kleidung oder Taschentuch geben und die wohltuenden Dämpfe genießen!

Der pflanzliche Wirkstoff aus den Blättern des Eukalyptusbaumes befreit Bronchien und Nase schnell und stark von Verschleimung und wirkt gegen eine behinderte Nasenatmung. Davon profitieren gerade Schnupfengeplagte, die mit festsitzendem Schleim in den Bronchien zu kämpfen haben oder die unter Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung) leiden. Die wohlriechenden Blätter des Eukalyptusbaums werden in der kühleren Jahreszeit gesammelt und anschließend getrocknet (© gnubier /pixelio.de).

Fenchel

Fenchel ist eine stark aromatisch riechende Pflanze, die bis zu zwei Meter hoch wird. Sie kommt im gesamten Mittelmeergebiet wild vor. Als Gartenpflanze wird der Fenchel jedoch in ganz Europa angebaut. Für Heilzwecke werden vor allem die Samen der reifen Früchte verwendet.

Das ätherische Öl des Fenchels wirkt wohltuend bei Husten, da es den zähflüssigen Schleim in den Atemwegen löst. Reines Fenchelöl sollte allerdings nicht für Säuglinge und Kleinkinder verwendet werden! Fencheltee hingegen ist für diese Altersgruppe unbedenklich. Hustenbonbons mit hochwertigem Fenchelextrakt wirken ebenfalls schleimlösend.

Die Blüten des Fenchels wachsen im Sommer in Dolden. Anschließend bilden sich daraus ovale braune Samen (© Stella/pixelio.de).

Fichtennadeln

Die Wirkstoffe der Fichtennadeln helfen gegen Erkältungen und verbessern hier die Nasenatmung. Ihre schleimlösenden und antibakteriellen Eigenschaften lindern Husten und Bronchitis. Auch die Durchblutung der Haut profitiert von den heilkräftigen Fichtennadeln.

Die bis zu 50 Meter hohe Fichte ist ein weitverbreiteter heimischer Nadelbaum. Die zarten jungen Triebe, die im Mai und Juni entstehen, erkennt man an ihrer helleren Farbe. Sie enthalten ätherische Öle, Vitamin C sowie Harze und gelten als altbewährtes und wirksames Heilmittel (©  Rainer Sturm /pixelio.de).

Gewürznelken

Die Gewürznelke stammt ursprünglich von den Molukken (Gewürzinseln), einer indonesischen Inselgruppe. Die deutsche Bezeichnung „Nelke“ ist eigentlich irreführend, denn sie zählt nicht zu den Nelken-, sondern zu den Myrtengewächsen. Geerntet werden die Blütenknospen des rund zehn Meter hohen Baums, der heute weltweit angebaut wird.

Nelken sind ein ausgezeichnetes Schmerzmittel – etwa bei Migräne. Die Gewürznelke enthält Inhaltsstoffe, die Schmerzen auf Haut und Schleimhaut lindern sowie ätherische Öle, die die Durchblutung fördern. Andere Stoffe wirken gegen Bakterien, Pilze und Viren. Mundwässer mit verdünntem Nelkenöl helfen bei Entzündungen der Mundschleimhaut oder des Zahnfleischs.

Die Qualität von Gewürznelken kann man in einem Glas Wasser prüfen. Gehen die Nelken unter, sind sie in Ordnung. Taucht nur der Stil unter, enthalten sie zu wenig ätherische Öle. Gehen sie ganz unter, hat sich das Öl bereits zur Gänze verflüchtigt (©  Rainer Sturm /pixelio.de).

Hafer

Hafer ist eine der nährwertreichsten Getreidesorten. Er enthält viele ungesättigte Fettsäuren, Mineralstoffe, insbesondere die gewebestärkende Kieselsäure und B-Vitamine, Vitamin E und K. Hafer ist besonders verträglich und bildet im Darm einen schützenden Schleim. Daher gilt diese Getreidesorte als traditionelles Hausmittel bei Magen- und Darmproblemen.

Hafer hat zudem eine reinigende Wirkung: Er enthält besonders viele Stoffe, die giftiges Blei, Kadmium oder Chrom binden und aus dem Körper transportieren. Auch als Schönheitsmittel leistet er gute Dienste. Mit Hafer angereicherte Gesichtspackungen ergeben eine wunderbar weiche und glatte Haut.

Haferflocken versorgen den Körper mit Zink und beugen so Erkältungen vor (©  Rainer Sturm /pixelio.de).

Honig

Honig zählt natürlich nicht zu den klassischen Heilpflanzen, wird hier aber dennoch erwähnt, da er in der Naturapotheke unverzichtbar ist.

Rund 10.000 Bienen-Flugstunden sind nötig, um einen Liter Honig entstehen zu lassen. Zehn Millionen Blüten müssen die fleißigen Bienen dafür anfliegen. Bis zu 245 natürliche Substanzen wurden im Honig bis jetzt nachgewiesen, darunter wertvolle Enzyme, Vitamine und Mineralstoffe. Einer der interessantesten Inhaltsstoffe sind die sogenannten Inhibine (lateinisch für „hemmend“), die keimhemmend und antibakteriell wirken.

Honig wirkt lindernd bei Entzündungen. Wer diese Eigenschaft nützen möchte, sollte mehrmals täglich einen Esslöffel Honig einnehmen oder den Tee damit süßen. Bei einer Neigung zu Allergien kann man auf einen von Blütenpollen gereinigten Arzneihonig aus der Apotheke ausweichen. Besonders wirksam ist eine Mischung aus Honig und hustenlösendem Fenchelextrakt. Fenchelhonig aus der Apotheke eignet sich wegen seines guten Geschmacks besonders für die Behandlung von Kindern. Heiße Milch mit Fenchelhonig wirkt beruhigend und entkrampfend.

Bienenwachs wird seit Jahrtausenden als wirksames Hilfsmittel für die Körperpflege verwendet. Es enthält Mineralstoffe, Vitamin A und wertvolle Zusatzstoffe, die eine hautpflegende, hautschützende und antibiotische Wirkung ergeben (© Rainer Sturm /pixelio.de).

Holunder

Die nur wenige Millimeter großen gelblich-weißen Blüten werden in der Zeit von April bis Juni geerntet. Auch die Beerenfrüchte eignen sich für Heilzwecke. Holunderblüten in Teeform wirken schweißtreibend bei fiebrigen Erkältungen. Sie machen die Schweißdrüsen für Wärmereize empfänglich und erleichtert so das Schwitzen. Seine schweißtreibende Wirkung entfaltete der Holunder besonders gut in Kombination mit Lindenblüten.

Um eine kleine Schwitzkur zu machen, trinkt man ein bis zwei Tassen des schweißtreibenden Holunderblütentees. Fünf Teelöffel Blüten mit einem halben Liter siedenden Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen. Anschließend den Saft einer halben Zitrone und zwei Teelöffel Honig dazugeben und möglichst rasch trinken! Ein anschließendes Vollbad unterstützt die schweißtreibende Wirkung. Abschließend im vorgewärmten Bett (Wärmflasche!) ausruhen.

Durch ihre schleimlösende Wirkung helfen Holunderblüten auch bei Husten (Anwendung als Tee oder Gurgelwasser).

Der Holunderstrauch kann bis zu sechs Meter hoch werden. Er ist in ganz Europa, außer im hohen Norden, verbreitet knipsline /pixelio.de).

Kamille

Die einjährige Kamille blüht von Mai bis August und wird bis zu 50 Zentimeter hoch. Medizinisch verwendet werden die Blüten für Tee bzw. das Öl, das bei der Destillation eine typisch blaue Färbung annimmt. Das ätherische Öl besitzt entzündungshemmende und krampflösende Wirkungen und hat zusätzlich bakterizide und fungizide Eigenschaften, wirkt also gegen Bakterien und Pilze. Weitere Inhaltsstoffe der Kamillenblüten sind Flavonoide und Schleimstoffe. Die Flavonoide wirken ebenfalls krampflösend und nach neueren Erkenntnissen auch entzündungshemmend.

Kamillentee wirkt ausgezeichnet bei entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen. Äußerlich hilft ein Kamillenblütenauszug bei Entzündungen der Mundschleimhaut und des Rachens. Auch bei Hautproblemen hat sich die Kamille bewährt. Als Inhalation lindert sie Beschwerden der Atemwege bei Erkältungen. Im Bereich der Augen sollte die Kamille nicht verwendet werden.

Die Kamille liebt nährstoffreiche Böden und macht es sich gerne an Ackerrändern und frischen Schuttstellen gemütlich (© Luise / pixelio.de).

Kampfer

Kampfer (alte Schreibweise Campher) ist eine aromatische Verbindung. Er wurde ursprünglich durch Wasserdampfdestillation aus dem Holzharz des südostasiatischen Kampferbaums gewonnen. Dieser natürliche Stoff wird auch als Japankampfer bezeichnet. Heute kann man Kampfer auf chemischem Wege herstellen. In der Medizin ist der Stoff seit Langem wegen seiner durchblutungsfördernden und schleimlösenden Wirkung bekannt.

Innerlich – in dieser Form wird er kaum noch angewandt – wirkt Kampfer auf Herz, Lunge und das Kreislaufsystem. Überdosierungen können dabei zu Schweißausbrüchen und Bewusstlosigkeit führen. Vergiftungsfälle kommen leider auch heute immer wieder vor, wenn zum Einreiben bestimmte Kampfer-Präparate getrunken werden.    

Äußerlich auf die Haut aufgetragen, regt Kampfer die Durchblutung an. Er kann deshalb bei Rheuma, bestimmten Schmerzzuständen und Frostbeulen helfen. Wirkt antiseptisch.

Kiefer & Latschenkiefer

Kiefergewächse sind immergrüne Nadelbäume, die in Mitteleuropa weit verbreitet sind. Zu dieser Gattung zählen unter anderem die bis zu 40 Meter hohe Föhre, die etwas kleinere Bergföhre und die im Hochgebirge beheimatete Latsche.

Die Knospen, die jungen Zweige und das Harz der Kiefer werden für Heilzwecke verwendet. Die durch Wasserdampfdestillation gewonnenen ätherischen Öle wirken wohltuend bei Entzündungen der Atemwege und bei Schnupfen. Sie befreien Nase und Rachen und lindern den Hustenreiz, indem sie den Schleim lösen und die Atemwege leicht desinfizieren. Kiefernadelöl wird auch künstlich hergestellt. Die Wirkung dieses synthetischen Produkts ist mit dem des echten Kiefernadelöls allerdings nicht vergleichbar.

Die Knospen der Kiefer können als Tee zubereitet werden. Viele Menschen empfinden ein warmes Bad mit Kieferextrakten bei einer Erkältung als besonders angenehm. Auch zur Vorbeugung ist ein Bad bestens geeignet, da Schnupfenviren hitzeempfindlich sind und durch die Wärme des Wasserdampfes abgetötet werden.

Im warmen Wasser quillt die Haut schnell auf. So kann der Körper über die Poren im Wasser gelöste Stoffe gut aufnehmen. Da diese Öle an der Oberfläche des warmen Badewassers leicht verdunsten, entfalten sie auch in den  Atemwegen ihre entzündungshemmende und abschwellende Wirkung. Die ätherischen Öle der Kiefer regen zudem die Hautdurchblutung an. Damit eignen sich diese Öle auch besonders zur Vorbeugung einer Erkältung („Erste Hilfe“ bei kalten Füßen!).

Das schleimhautabschwellende und keimtötende Kiefernadelöl erfrischt auch zwischendurch bei vielen Gelegenheiten (Tipp: Ein paar Tropfen aufs Taschentuch oder auf Hemd oder Bluse geben).

Kiefergewächse sind immergrüne Nadelbäume, die in Mitteleuropa weit verbreitet sind (© Andreas Hermsdorf / pixelio.de).

Lavendel

Lavendel wird in großem Umfang in Spanien, Frankreich und Südosteuropa angebaut. In unseren Breiten ist er eine gern gesehene Gartenpflanze.

Der Lavendel ist nicht nur ein beliebtes Duftkraut, sondern auch ein ausgezeichnetes Husten- und Schnupfenmittel. Er wirkt schleimlösend und beruhigend. Das antiseptische Lavendelöl hemmt die Ausbreitung von Erkältungsviren und entfaltet auch als Erkältungsbad oder Gurgellösung seine wohltuende Wirkung. Auch bei Nervosität und Schlafstörungen hat sich der Lavendel bewährt.

Der angenehm riechende Lavendel bildet einen ca. 50 cm hohen Strauch mit kleinen, ährenförmig angeordneten Blüten (© Andreas Agne /pixelio.de).

Malve

Die in Europa weitverbreitete Malvenpflanze – sie ist bei uns auch als Käsepappel bekannt – wird bis zu einem Meter hoch. Ihre Blätter und kleinen, violetten Blüten enthalten heilkräftigen Pflanzenschleim.

Diese Wirkstoffe lindern Erkältungskrankheiten und hier besonders Halsentzündungen und Husten. Malvenblüten und Blätter können als Tee eingenommen werden. Bei entzündeten Mund- und Halsschleimhäuten lässt sich damit gurgeln. Die Käsepappel hilft auch bei Entzündungen im Genitalbereich. Malve ist leicht verträglich und eignet sich besonders für den empfindlichen Organismus von Kindern und alten Menschen.

Die Malve – im Bild eine wilde Form – ist an ihren kleinen, violetten Blüten zu erkennen (©: Cornerstone /pixelio.de).

Melisse

Melissenblätter riechen beim Reiben zwischen den Fingern intensiv nach Zitrone. Die bis zu 70 cm hohe Staude wird daher auch als Zitronenmelisse bezeichnet.

Für Heilzwecke werden die Blätter der Melisse verwendet. Sie wirken antibakteriell und abschwellend. Die Melisse in Form von Tee oder als Gurgelwasser ist ein bewährtes Hausmittel bei der Behandlung von Schnupfen und Heiserkeit. Bei Fieberbläschen hilft ein Lippenbalsam mit hochwertigem Melissenöl („echte Melisse“). Er wirkt auch vorbeugend und lässt bereits bestehende Lippenbläschen schneller abheilen.

Melissenöl wird für Inhalationen, Duftlampen und kosmetische Produkte eingesetzt. Da das echte Melissenöl relativ teuer ist, wird es oft durch das zwar billigere, aber weniger wirksame indische „Melissenöl“ (aus Citronell und Lemongras) ersetzt. Echtes, unverschnittenes Melissenöl erhält man in der Apotheke oder in der Fachdrogerie.

Die ursprünglich aus Südeuropa stammende Melisse ist heute eine beliebte heimische Gartenpflanze (© Dr. Klaus-Uwe Gerhardt/ pixelio.de).

Pfefferminze

Die Pfefferminzpflanze ist in Europa und Nordamerika weit verbreitet. Sie wird bis zu 90 cm hoch. Ihre Blätter verströmen beim Zerreiben den typischen Mentholgeruch. Ein naher Verwandter dieser Pflanze ist die Krauseminze, die auch als Ährenminze, Grüne Minze, Rossminze oder Frauenminze bekannt ist. Im Englischen gibt es dafür nur eine einzige, dafür sehr populäre Bezeichnung: Spearmint.

Die Krauseminze enthält im Gegensatz zur Pfefferminze kein Menthol. Sie schmeckt weniger scharf und eher süßlich-frisch. Die zerriebenen Blätter verströmen den typischen Spearmint-Geruch.

Die Pfefferminze enthält Flavonoide, Gerbstoffe, Bitterstoffe und vor allem das ätherische Öl, das zu 60 % aus Menthol besteht. Sie ist so etwas wie ein „Alleskönner“ unter den natürlichen Heilmitteln. Ihr wird eine krampflindernde, schmerzstillende, harn- und schweißtreibende sowie belebende Wirkung nachgesagt.

Die Volksheilkunde empfiehlt die Pfefferminze bei Verdauungsproblemen, Magenverstimmung, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Brechdurchfall und Verstopfung. Auch bei Nervosität, schlechtem Schlaf, Herzklopfen sowie bei Leber- und Gallenproblemen wird sie verwendet.

Äußerlich hilft sie bei Quetschungen, Schwellungen, Rheuma und Gelenksbeschwerden, Ekzemen, anderen Hautproblemen und Verbrennungen. Das Menthol im ätherischen Öl der Pfefferminze wirkt antiseptisch und wird daher gerne für Mund- und Zahnwasser verwendet. Auch in vielen Salben zum Einreiben der Brust ist es enthalten. Menthol erzeugt außerdem eine angenehme Kühle auf der Haut, die Kopfschmerzen, aber auch Muskel- und Nervenschmerzen lindern kann.

Neben dem Pfefferminzöl kommt auch häufig das sogenannte Minzöl zum Einsatz. Es stammt von der Japanischen Minze ab, ist in der Wirkung dem Pfefferminzöl ähnlich, Geruch und Geschmack sind aber weniger intensiv.

Die Pfefferminzpflanze mit ihren charakteristischen Blättern kommt ursprünglich aus dem Fernen Osten (© sigrid rossmann/pixelio.de).

Salbei

Die würzig aromatisch riechenden Blätter des Salbeis wirken entzündungshemmend und abschwellend. Sie wirken günstig bei Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum und eignen sich auch vorzüglich zum Gurgeln und Inhalieren. Mit Honig gesüßt wird Salbeitee auch Kindern gegen Reizhusten gegeben.

Salbeitee wirkt generell wohltuend bei Erkältungskrankheiten. Er feuchtet die Schleimhäute an, lindert den Hustenreiz und sorgt für ein angenehmes, entspannendes Wärmegefühl.

Bei einer Verkühlung sollte man mehrmals täglich eine Tasse Tee zubereiten: 1 bis 3 g Pflanzenteile mit kochendem Wasser übergießen. Den Aufguss zehn Minuten ziehen lassen und möglichst warm trinken. Durch das Aufgießen mit heißem Wasser entfalten sich die in den Heilkräutern enthaltenen Wirkstoffe. Bei frischem Tee ist diese Heilwirkung am größten. Tee daher möglichst immer frisch zubereiten!

Bei Halsentzündungen kann Salbeitee auch zum Gurgeln verwenden werden: Dabei den Mund mehrmals täglich mit dem noch warmen Teeaufguss ausspülen. Kräftig gurgeln, damit die heilkräftigen Substanzen auch in den Rachen gelangen.

Salbei ist ein buschiger, immergrüner Strauch mit Stängeln, die bis zu einem Meter hoch werden. Er kommt aus Südeuropa, ist als Gartenpflanze aber auch in unseren Breiten heimisch. Von den rund 50 verschiedenen Arten dieses Strauchs wird der Königssalbei oder auch Edle Salbei für die Kräuterapotheke gesammelt (©  Janina Scholz/pixelio.de).

Schlüsselblume

Die Schlüsselblume ist ein etwa 10 cm langes Primelgewächs mit duftenden gelben Blüten. Sie kommt in ganz Europa vor und wächst an sonnigen Standorten bis über 2.000 Meter Höhe. Die Schlüsselblume ist ein mildes Hausmittel bei Husten, Bronchitis und Erkältungskrankheiten. Die Wurzeln, die die meisten Wirkstoffe enthalten, wirken hustenstillend und schleimlösend. Das konzentrierte Extrakt der Schlüsselblume ist ein bewährter und hochwirksamer Bestandteil von Hustentropfen.

Für Heilzwecke werden die Wurzeln, die Blüten und die Blätter der Schlüsselblume verwendet (© Cornerstone/pixelio.de).

Spitzwegerich

Spitzwegerich wirkt reizlindernd, antibakteriell und zusammenziehend. Er eignet sich besonders gut zur Behandlung von Husten und Halsentzündungen. Auch bei Ekzemen und oberflächlichen Hautentzündungen, Appetitlosigkeit und Durchfällen wird er eingesetzt.

Das etwas bitter und salzig schmeckende Spitzwegerichkraut ist in ganz Europa sowie in Nord- und Mittelasien beheimatet. Für Heilzwecke werden die rund 20 cm langen Blätter als Tee, mitunter auch der reife Samen, verwendet (© Cornerstone/pixelio.de).

Thymian

Thymian ist kleiner Strauch, 20 bis 30 cm hoch, mit einem kräftigen Wurzelsystem und stark verzweigten Stängeln. Die beliebte Gewürz- und Heilpflanze kommt aus dem Mittelmeerraum, ist aber auch im übrigen Europa schon lange eingebürgert. Für Heilzwecke werden die blühenden Sprossspitzen verwendet.

Der im Thymian enthaltene Wirkstoff Thymol wirkt antibakteriell und stärkt die Immunabwehr gegen Bakterien und Viren. Er wirkt desinfizierend auf die Atemwege und wird als schleimlösendes Heilmittel bei Erkältungen eingesetzt. Er erleichtert das Abhusten und lindert den Hustenreiz. Seine wärmenden Eigenschaften regen den Kreislauf an und verjagen winterliche Erkältungen. Thymian wird in Form von Tee eingenommen oder zum Gurgeln verwendet. Er wirkt auch in Form von Hustentropfen ganz ausgezeichnet. Eine gute Ergänzung dieser Heilpflanze ist die schleim- und krampflösende Schlüsselblume.

Ein Brustwickel mit Thymian kann das Abhusten erleichtern und die entzündeten Schleimhäute beruhigen: 10 bis 15 Tropfen Thymianöl mit einem Esslöffel eines hochwertigen Speiseöls (z. B. Olivenöl) vermischen. Die Brust mit dem angereicherten Öl einreiben. Ein Schutztuch, eine Wolldecke und eine Wärmflasche drauflegen. Die Kompresse ein bis zwei Stunden wirken lassen. Bitte beachten Sie auch hier die generellen Warnhinweise für den Einsatz bei Kindern am Anfang dieses Abschnitts.

Für medizinische Zwecke werden die blühenden Spross-Spitzen des Thymians verwendet. Hauptwirkstoff ist das ätherische Öl. Für pharmazeutische Zwecke sind laut europäischem Arzneibuch nur die zwei Arten Thymus vulgaris (Echter Thymian) und Thymus zygis (Joch-Thymian) oder eine Mischung beider Arten erlaubt (© Manfred Reyelt/pixelio.de).

Wildrose

Die bis zu vier Meter hohen Gewächse mit ihren zarten weißen Blüten bringen Früchte mit harten Kernen und einer saftig-roten Hülle hervor. Aus diesen Früchten wird das Hagebuttenkernöl gewonnen. Die Schalen können auch getrocknet und als Tee verwendet werden.

Wildrosenöl enthält hautfreundliche Säuren, Vitamine und Mineralien. Es eignet sich ausgezeichnet zur Hautpflege und wirkt außerdem entzündungshemmend und antiallergen. Auch bei Verbrennungen und stumpfen Verletzungen hat sich Wildrosenöl bewährt.

Die Wildrose, auch Hagebutte oder Heckenrose genannt, ist in ganz Europa und in den gemäßigten Zonen Südamerikas beheimatet (© Echino/pixelio.de).

Zitrone

Auch Zitronen zählen nicht zu den klassischen Heilpflanzen. Die gesunden Früchte sollten hier aber dennoch Erwähnung finden, denn sie sind ein unverzichtbarer Bestandteil vieler gesunder Hausmittel.

Zitronen werden in Ländern mit subtropischem oder tropischem Klima angebaut. Die größten Produzenten sitzen in den USA und in Mexiko. In Europa werden vor allem in Spanien und Italien Zitronen geerntet. Die Zitrusfrucht ist reich an Mineralien und Vitaminen (vor allem Vitamin C) und enthält unter anderem Kalzium und Eisen. Ihr Saft hat sehr gute antiseptische Eigenschaften und ist ein altbewährtes Hausmittel gegen Erkältungen, da es dem Immunsystem gut tut.

Freie Radikale sind schädliche Nebenprodukte des Stoffwechsels und schwächen die Immunabwehr. Die Vitamine C und E machen diese aggressiven Radikale unschädlich. Dabei ergänzen sich die Vitalstoffe gegenseitig. Das wasserlösliche Vitamin C schützt besonders Körperflüssigkeiten und deren Bestandteile, so auch das Blut und die darin enthaltenen Abwehrzellen. Vitamin C regt außerdem deren Abwehrtätigkeit an. Bei der “Radikalabwehr” verbrauchen sich die Vitamine, weshalb sie dem Körper ständig neu zugeführt werden müssen.

Zitronensaft wirkt entzündungshemmend sowie abschwellend und hilft daher ausgezeichnet bei Halsentzündungen. Ein Tipp für die Anwendung: Eine große Zitrone in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden. Damit ein feines Tuch zur Hälfte bedecken und das Tuch einschlagen. Mit einem Nudelholz ausrollen, bis die Zitronen weich sind und der Saft leicht ausgedrückt wird. Die Packung auf den Hals geben, noch ein zweites Tuch darüber schlagen und das Ganze mindestens 20 Minuten einwirken lassen (© birgitH /pixelio.de).

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Bitte beachten Sie

Kräuter und Hausmittel sind wirkungsvolle Helfer. Beachten Sie aber insbesondere bei Kindern, dass dieser Ratgeber den Arztbesuch nicht ersetzen kann. Holen Sie bitte bei hartnäckigen Beschwerden unbedingt den Rat Ihres Arztes ein.

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